Tesla Cybercab

Vom 9. bis 11. Oktober 2026 verwandelte sich die Stockholmsmässan in Älvsjö wieder in Skandinaviens größte Bühne für Elektromobilität. In den vergangenen Jahren fand die eCarExpo in der ersten Jahreshälfte statt (2025 war sie im April), doch in diesem Jahr wurde der Termin auf Oktober geschoben. Der Vorteil: Anstelle von Schneekristallen bekam man Regen ins Gesicht! Und es war deutlich wärmer.

Die Veranstalter der Messe warben mit über 20 Marken, rund 40 Fahrzeugmodellen und zahlreichen Erstvorstellungen.

Von Tesla kam diesmal das Cybercab – das goldene Zweisitzer-Robotaxi mit einem schmalen Leuchtenband, ohne Lenkrad und ohne Pedale, das seine maximal zwei Fahrgäste möglicherweise selbst fährt. Vollständig klar ist das derzeit noch nicht, zumindest nicht für Europa.

Eine Europapremiere war dieser Auftritt allerdings nicht. Bereits Ende 2024 tourte das Cybercab durch europäische Tesla-Standorte. Auch in Stockholm war es damals zu sehen, im Tesla-Store am Sveavägen. Doch die Präsentation auf einer schwedischen Messe war immerhin neu, auch wenn das keine große Hürde dargestellt haben dürfte.

Für einen reinen Zweisitzer ist das Auto relativ groß, es könnte daher für die Reduktion des Verkehrs tendenziell kontraproduktiv sein. Entscheidend wird sein, welche Fahrten es ersetzt. Wenn Menschen dadurch auf einen eigenen Zweitwagen verzichten könnten, wäre viel gewonnen. Zusätzliche Leerfahrten oder die Verlagerung gut gebündelter Fahrten aus dem öffentlichen Verkehr könnten den Straßen dagegen weitere Belastung bringen. Aber auch das ist noch nicht vollständig klar.

Für Besucher der Messe war es jedoch eine seltene Chance, das Tesla Cybercab aus nächster Nähe zu erleben, auch wenn Mitfahrten nicht angeboten wurden. Das Fahrzeug wurde lediglich als Schaustück präsentiert, auch ein Probesitzen war nicht möglich.

Dank moderner Technik konnte ich einen Blick aufs Typenschild werfen, auch wenn es außer dem Herstellmonat, dem höchstzulässigen Gesamtgewicht (knapp 1,7 Tonnen) und einigen Reifendaten nicht viel verriet.

Weitere vorläufig veröffentlichte Eckdaten:

  • Leergewicht etwa 1,4 Tonnen
  • Motorleistung 163 kW
  • Antriebsbatterie etwa 48 kWh
  • Geschätzte Reichweite bis 480 km
  • Verbrauch laut Tesla von 10,3 kWh pro 100 Kilometer
  • Angestrebte Auslegungslebensdauer etwa 800.000 km

Der angegebene Verbrauchswert ist sehr gering, was wohl auch an fehlenden Außenspiegeln liegt – die benötigt ein selbstfahrendes Auto einfach nicht.

Auch wenn der Energieverbrauch – wenn er in der Praxis so bleibt – eine Meisterleistung ist, wirkt das Gewicht weniger überzeugend: 700 Kilo pro Fahrgastplatz. Der Renault Zoe ist mit rund 1,5 Tonnen ähnlich schwer, kann aber vier Personen zusätzlich zum Fahrer befördern – das ergibt lediglich 375 Kilo pro Fahrgastplatz.

Aber natürlich: Jede Metrik ist irgendwie auch falsch oder zumindest irreführend. Was eine bessere Vergleichszahl wäre, ist noch nicht wirklich klar.

Interessant war der Blick auf das Fahrzeug allemal – als Effizienz-Meisterwerk beeindruckt es, als Alltags-Revolution für den Verkehr überzeugt es (noch) nicht.


„Umstieg aufs Elektroauto“ bei Stiftung Warentest Amazon Hugendubel Thalia


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert