Die BAFA-Liste im September 2021

Die BAFA-Liste im September 2021

Am 3.9.2021 wurde die neue BAFA-Liste förderfähiger Elektrofahrzeuge veröffentlicht. Die Bezeichnung ist ein wenig irreführend. Denn es stehen auch drei Wasserstoffautos auf der Liste, die nur im weiteren Sinn Elektrofahrzeuge sind. Eigentlich ist es nur ein einziges Auto, aber der Toyota Mirai steht in drei unterschiedlichen Versionen in der Liste. Zumindest stehen es dieses Jahr nicht mehr Wasserstoffautos auf der Liste.

Über die billigsten Autos auf der BAFA-Liste habe ich bereits im April 2021 geschrieben, ebenso über einige überraschende Einträge. Seitdem hat es nur kleine Veränderungen gegeben. Damals konnte man keines der drei billigsten Autos auf der Liste bei einem Händler kaufen.

Suda und Dacia

Das hat sich nicht verändert. Doch immerhin steht Platz 7 der billigsten Elektroautos, der Dacia Spring, bereits beim Händler und kann erworben werden. Allerdings nicht in der kostengünstigsten Fassung als „Spring Comfort“, sondern als etwas teurer „Spring Business“ oder „Spring Comfort Plus“. Nach Händlerauskunft liegt die Lieferzeit bei vorkonfigurierten Fahrzeugen bei nur vier Wochen – Lagerware also. Das ist ein wohltuender Unterschied zu den häufig extremen Lieferzeiten bei Neufahrzeugen.

Nr.HerstellerModellBAFA-
Nettolistenpreis 
(EUR)
474Peugeoti-On, Active15.000,00
476PeugeotPartner Electric Kastenwagen L1 (mit Batteriemiete)15.690,00
595SUDASA0116.370,69
35CitroënC-ZERO Modell 201716.638,66
472Peugeoti-On Modell 201716.638,66
478PeugeotPartner Electric Kastenwagen L2 (mit Batteriemiete)16.740,00
108DaciaSpring Comfort17.218,49
551SEATMii electric17.352,94
552SEATMii electric MJ2117.415,97
556ŠkodaCITIGOe iV Ambition17.605,04

Die anderen acht Plätze werden von Karteileichen belegt, diese Autos gibt es nicht mehr zu kaufen.

Im April 2021 startete ich also eine Anfrage bei der BAFA, auf welchem Weg Fahrzeuge von der Liste gestrichen werden oder ob die Liste endlos wachsen wird. Bis heute habe ich keine Antwort erhalten. Nun ja, die BAFA ist sicherlich hoch ausgelastet!

Die Liste für reine Elektrofahrzeuge ist mittlerweile von 539 Einträgen im März 2021 auf heute 650 Einträge angeschwollen, ein Plus von 111 Einträgen oder knapp 21 Prozent in sechs Monaten.

Es bleibt also leider dabei: Die zehn billigsten Autos auf der BAFA-Liste kann man bei keinem Händler kaufen…

Baufeld Supercharger Wolfsburg in Lehre

Neues vom Supercharger Wolfsburg

Endlich hat der Bau tatsächlich begonnen: Der Supercharger Wolfsburg wird Realität.

Auch bei goingelectric.de ist er bereits als „Autohof Lehre“ eingetragen, obwohl er bei Tesla als „Supercharger Wolfsburg“ bezeichnet wird.

30 Ladepunkte in V3 mit 250 kW Spitzenleistung sollen es werden, damit wäre es einer der größten Supercharger-Installationen in Deutschland. Das wären bei Vollauslastung insgesamt 7,5 Megawatt, also Millionen Watt.

Das klingt nach sehr viel, ist es aber im Grunde nicht: Lediglich zwei Lokomotiven der Deutschen Bahn ziehen bei Vollauslastung annähernd ähnlich viel Leistung aus dem Fahrdraht. Im Bestand der DB für Personen- und Güterverkehr sind übrigens 2.830 E-Loks (Stand 2020).

Außerdem ist es extrem unwahrscheinlich, dass alle Ladepunkte exakt in Volllast laufen. Dafür sind die Ladekurven der Tesla-Modell zu wenig konstant. Ab einer gewissen Maximalbelastung des gesamten Standorts wird möglicherweise auch die Spitze abgeregelt. Die Kunden würden davon ohnehin nichts bemerken.

Baufeld Supercharger Lehre

Das Baufeld befindet sich direkt hinter dem derzeitigen Triple-Charger links von der großen Shell-Tankstelle. Nach wie vor wird die Verfügbarkeit des Superchargers von Tesla für Q3 2021 angekündigt. Das wird sportlich, das dritte Quartal endet bereits in 18 Tagen.

Macht nichts. Wenn dieser Supercharger in Q4 fertiggestellt wird, ist das auch vollkommen in Ordnung und wird die Ladeinfrastruktur in Braunschweig und Umgebung deutlich vorwärts bringen – derzeit nur für Fahrzeuge von Tesla allerdings.

Übrigens: Die neben dem Burger King bereits aufgebauten Fundamente dürften zumindest eine einzige Schnelladesäule werden. Burger King plant 1.000 Ladestationen in Deutschland, die auch Dächer erhalten. Das erklärt die unterschiedlich großen Fundamente.

Mehr Auswahl ist jedenfalls eine gute Sache!

Was sagt Herbert Diess?

Der Anlass

Heute gab es auf LinkedIn eine schöne Diskussionsrunde mit Herbert Diess und weiteren Teilnehmern. Was sagt Herbert Diess?

Herbert Diess von Volkswagen
Quelle: Volkswagen

Geschwindigkeit

Es gibt niemanden, der schneller als Volkswagen bei der Transformation zur Elektromobilität ist.

Bestenfalls gibt es Firmen, die noch nie im Verbrennergeschäft waren.

Kohleausstieg

Das sollte viel schneller passieren, ein einziges Kraftwerk sind 480.000 Elektroautos.

Man hätte zuerst aus Kohle aussteigen sollen und dann erst aus Atomenergie.

Es ist sehr schlecht, Kohle zu verbrennen.

Autobesitz

Das private Auto wird es noch lange geben. Carsharing-Firmen haben auch sehr große Probleme, Geld zu verdienen.

Uber muss seine Kunden immer noch bezahlen.

Wasserstoff

Wasserstoff hat im Auto nichts verloren. Das ist etwas für Schiffe und Flugzeuge, aber nichts fürs Auto.

Dafür ist es einfach zu ineffizient.

Bitcoin

Da kenne ich mich nicht aus, dafür bin ich zu viel Techniker.

Auf jeden Fall ist die Spekulation nichts für Volkswagen.

Die Currywurst

Es gibt viel Potenzial in der Kantinenesskultur, die soll auch zur Motivation beitragen.

Die vegane Currywurst gibt es in einem von neun Betriebsrestaurants in Wolfsburg.

Ich finde das nun nicht besonders interessant.

LinkedIn

Ich würde nicht sagen, dass ich den Konzern über LinkedIn steuere, aber es liefert einen Beitrag.

Nach Watzlawik: Es kommt auch drauf an, was man nicht sagt.

Man kann schon steuernd eingreifen und sagen, was wichtig ist. Die Mitarbeiter sehen auch, was dem Chef wichtig ist.

Es ist auch ein Fortschritt gegenüber früher, das Feedback kommt sofort. 10 bis 15 Prozent der Follower sind Mitarbeiter und ich nutze das auch, wie das ankommt und was ich vielleicht vergessen habe.

Es ist ein kommunikatives Medium, aber auch ein Management-Tool.

Neuer Namen für Volkswagen

Ich fand das nicht so gut, das war nicht positiv. Ich bin grundsätzlich gegen Aprilscherze.

Bei einem Aprilscherz gibt es immer viele Verlierer, ich finde das als Werbemittel eigentlich nicht probat. Die amerikanische Öffentlichkeit hat das nicht goutiert.

Über die Börsenbewertung

Heute wird die Gegenwart nicht mehr bewertet, es wird nur noch die Zukunft bewertet.

Wie ist es mit der Elektromobilität, sind wir sicher in der Software?

Man muss auch die Mitarbeiter mitnehmen. Die Investition von Milliardenbeträgen in die Elektromobilität war eine schwierige Kommunikationsaufgabe.

Über Politik

Die Politik geht sehr angstbetont mit dem Thema um, man scheut die richtigen Maßnahmen.

Es braucht politische Willenskraft. Die Politik hat Angst vor einer leichten Benzinpreiserhöhung.

Wir verteilen immer noch Geld an Kohlesubvention. Wir haben ein Dieselprivileg. Das Flugbenzin ist wenig besteuert.

Das Elektrofahrzeug ist wettbewerbsfähig, aber bei einem Dieselpreis von 90 Cent ist es schwierig.

Wir sind ganz klar für eine CO2-Steuer von 100 Euro.

Die Schweden haben nur die Hälfte von unserem CO2-Footprint. Die sind schon lange raus aus der Kohle. Die CO2-Steuer liegt bei 200 Euro. Man nimmt mehr Holz und weniger Zement. Leben die Schweden anders? Nein. Hat die schwedische Wirtschaft Nachteile? Nein, es ist eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaften in Europa.

Wir rechnen, dass wir für 100 Euro das CO2 aus der Luft entnehmen können. Bei uns ist das nicht gern politisch diskutiert, aber für viele Prozesse ist das die einzige Lösung, zum Beispiel für das Fliegen oder die Stahlindustrie.

Die CO2-Steuer ist auch ein verschwindend kleiner Betrag. Wir stellen gerade unser Kraftwerk von Kohle auf Gas um und da zahlen wir gerade 14 Euro pro Tonne CO2, das ist verschwindend wenig.

Über Parteien

Die Programme sind gar nicht so unterschiedlich. Alle Parteien haben den Klimawandel in ihr Programm aufgenommen.

Über Strategie

Unsere Strategie ist Klimawandel, unsere Strategie ist Elektromobilität.

Die Leute fahren nicht, was wir verkaufen, sondern was reguliert wird.

Über den 911er

Den wird man in 2030 wohl noch kaufen können.

Die Elektrifizierung wird nach Regionen sehr unterschiedlich ablaufen. In Lateinamerika wird Elektrifizierung kaum eine Rolle spielen, dort ist Ethanol wesentlich umweltfreundlicher.

Elektromobilität muss man stark an die Stromerzeugung koppeln. Schweden, Österreich, Schweiz und auch Spanien sind da viel weiter. Bei Polen muss man noch langsamer sein.

Ionity

Ionity muss ich ein bisschen rehabilitieren, ich war ein bisschen ungerecht. Sie haben eine 4,5 Sterne-Bewertung von fünf.

Der Ausbau geht nur etwas langsam.

Was mich erzürnt hat war, dass dieselbe Station sich in einem Jahr nicht verbessert hat.

Mit ENEL und Iberdrola bauen wir noch weiter aus. Und es geht uns um ein Premium-Ladeerlebnis.

Laden geht aber mittlerweile auch wirklich schnell. Auch eine Viertelstunde kann man so gestalten, dass man gut behandelt wird. Da sind noch große Investitionen notwendig.

Das elektrische Laden ist bei Shell angeblich schon profitabler als Sprit zu verkaufen. Da ist sehr viel im Schwange.

Wenn das Laden funktioniert, wird das elektrische Fahren kein Problem. Und wenn er Nachbar elektrisch fährt, dann wird es nicht wie ein Problem aussehen.

Norwegen

Norwegen hat das mit Regulierung gemacht, mit hohen Steuern und hohen Incentives und günstigem Strom.

Aber Norwegen ist ein gutes Beispiel, es funktioniert mit 70 Prozent Elektroautos und die Volkswirtschaft funktioniert.

Strompreise International

Derzeit sind die Strompreise an Ladesäulen wieder stark im Gespräch – Strompreiserhöhung bei Tesla, Strompreise im ministeriellen Deutschlandnetz und wie nahezu jeden Monat Strompreisänderungen der unterschiedlichen Fahrstromanbieter.

Dass in Deutschland die Strompreise für Endverbraucher hoch sind, ist bekannt. Vielen ist aber nicht klar, wie extrem hoch die Preise im Vergleich sind.

Anlässlich meines Besuchs in Wien nehme ich Österreich als Beispiel. Der Ökostromtarif in der Großstadt Wien beträgt aktuell 10,1872 Cent pro Kilowattstunde. Die Grundgebühr beträgt 19,08 Euro pro Jahr – nicht pro Monat!

Stromtarif Wien Energie

Der typische Gewerbetarif in Wien liegt bei etwa 8 Cent pro kWh, nur etwa 20 Prozent unter dem Privatkundentarif. Er ist damit ähnlich hoch wie der deutschen Industrietarif. Strom ist also für Unternehmen günstiger, aber nicht extrem günstiger. Natürlich gibt es auch individuelle Sondertarife, denn Österreich ist nicht nur ein Tourismusland. Es gibt auch mit dem Stromtarif stark subventionierte Stahl- und Aluminiumindustrie.

Aber es soll hier um den Endverbraucher gehen. Nehmen wir an, ein Zweipersonenhaushalt mit E-Auto verbraucht etwa 5.000 kWh pro Jahr.

Bei der LSW Wolfsburg kostet das im günstigsten Fall 27,98 Cent pro kWh plus 94 Euro Grundgebühr pro Jahr. Das sind insgesamt also 1.493 Euro. Bei Wien Energie kostet dasselbe knapp 529 Euro, beinahe nur ein Drittel (ca. 35 Prozent).

Sind das nun spezielle Preise für eine Großstadt, bei der die Versorgung wegen der Dichte der Anschlüsse möglicherweise besonders einfach ist? Keineswegs, im gebirgigen Tirol ist der Strom noch billiger. Da würden die 5.000 kWh Jahresverbrauch mit Online-Bonustarif nur noch 410 Euro kosten und damit beinahe nur ein Viertel der in Wolfsburg verlangten Kosten (ca. 27 Prozent, um genau zu sein).

Natürlich gibt es ein paar Unterschiede, die nicht sofort sichtbar werden. Der in Deutschland weitgehend problemlose und derzeit hoch geförderte Anschluss einer 11 kW-Wallbox ist in Österreich nicht ganz so einfach. Der typische Haushaltsanschluss ist nämlich nur für 4 kW Durchschnittsleistung ausgelegt und nicht für 30 kW, wie in Deutschland üblicherweise der Fall. Für zusätzliche 11 kW Anschlussleistung können durchaus Einmalkosten von bis zu 3.000 Euro anfallen. Für eine „kleine“ Wallbox mit 3,7 kW Leistung (= 16 A einphasig) muss aber nichts extra bezahlt werden.

Vergleichen wir andererseits die Einspeisetarife für Solaranlagen. Wien Energie bietet derzeit 7,8423 Cent pro kWh und der Preis wird anhand der Strombörsenpreise jährlich neu berechnet. Die Einspeisevergütung in Deutschland für im Juli 2021 in Betrieb genommene Anlagen beträgt 7,47 Cent, falls sie weniger als 10 kW Spitzenleistung aufweist. Sie bleibt dann für 20 Jahre konstant. Allerdings geht ohnehin niemand davon aus, dass der Einspeisetarif in Deutschland irgendwann steigen wird. Die Preise an den Strombörsen könnten jedoch innerhalb von 20 Jahren durchaus höher sein als heute, allein schon aufgrund der zunehmenden Inflation. Aber davon abgesehen: Die Einspeisevergütung in Wien ist mittlerweile höher als die deutsche, und zwar ohne ein komplexes Umlageverfahren. Dem kann man entgegenhalten, dass die ausgebaute Leistung in Österreich relativ gesehen nur etwa 37 Prozent von Deutschland erreicht hat, die bisherigen höheren Einspeisetarife also den Ausbau wirksam gefördert haben.

Ich bin dennoch nahezu sicher, dass die meisten Konsumenten den günstigeren österreichische Strompreis bevorzugen würden. Er wäre auch wesentlich einfacher als ein durch Umlagen hoher Strompreis mit komplizierten Rückvergütungsmechanismen zur sozialen Abfederung.

Und diese Mechanismen gibt es bekanntermaßen bis heute nicht.

Die politische Strompreisdifferenz für den Endkunden ist in Deutschland also hoch. Zu hoch vielleicht, um die Elektrifizierung von Verkehr und Haushalten wirksam voranzutreiben?

Update vom Supercharger Wolfsburg

Update vom Supercharger Wolfsburg

Über den geplanten Tesla Supercharger in Wolfsburg hatte ich ja bereits geschrieben. Auf der Website von Tesla wird er ebenfalls unverändert geführt. Seitdem gab es etwas Bautätigkeit, deshalb hier mein Update vom Supercharger Wolfsburg.

Kürzlich war ich wieder vor Ort.

Es gab tatsächlich Bautätigkeit! Beton wurde verarbeitet! Kabel wurden verlegt!

Update vom Supercharger Wolfsburg - Sockel für Ladesäulen in Lehre bei Braunschweig. Wird das noch ein Tesla Supercharger?

Wie ein werdender Supercharger sieht das allerdings nicht aus.

Auch die Tesla-typischen Anlaufbalken auf dem Boden fehlen noch, obwohl die auch später installiert werden könnten.

Die Abfolge von quadratisch & klein und rechteckig & groß spricht ebenfalls dagegen. Werden hier zwei DC und drei AC-Säulen aufgebaut? Das wären immerhin Ladepunkte, wenn auch nicht von Tesla.

Rechteckiger Betonsockel

Die Basis für eine Installation von Ionity scheint es aber auch nicht zu sein.

Quadratischer Sockel

Es bleibt spannend und ich werde weiterhin gelegentlich vorbeifahren… der nächste Update vom Supercharger Wolfsburg kommt bestimmt!