Supercharger Wolfsburg beinahe fertig

Es wieder Samstag und damit der richtige Zeitpunkt, wieder auf einen Sprung in Lehre vorbeizufahren. Und tatsächlich: Der Supercharger Wolfsburg ist beinahe fertig! Alles ist aufgebaut, aber die Tesla-Säulen sind noch stromlos, die Aktivierung soll nächste Woche folgen.

Supercharger Wolfsburg beinahe fertig

Das Finish ist etwas hastig ausgefallen, das wird in der Endabnahme hoffentlich noch korrigiert.

Das Interesse ist jedenfalls groß! In der kurzen Zeit meines Besuchs kamen drei andere Teslas vorbei, um mal zu sehen, ob der Supercharger bereits in Betrieb ist.

Es sind zwölf Stück Supercharger V3 geworden, also ausschließlich mit CCS-Anschluss. Mittlerweile habe ich auch herausgefunden, weshalb es zwölf Stück sind und nicht dreizehn. Mit Angst vor der Zahl hat es anscheinend nichts zu tun: Vier Ladesäulen teilen sich bei V3-Anschlüssen immer einen Konverterschrank und es gibt am Standort derzeit nur drei Konverterschränke. Für den dreizehnten Anschluss müsste also zumindest noch ein zusätzlicher Schrank aufgestellt werden, der aber dann nur einen einzigen Ladepunkt bedienen würde – das wäre kostenmäßig sehr ineffizient. Von den Stellplätzen für die Konverterschränke her wäre eine Erweiterung um weitere acht Ladepunkte möglich, zwanzig insgesamt.

Merkwürdigerweise ist nicht zu erkennen, dass es dafür auch Platz gibt bzw. Leerrohre oder Kabel verlegt wurden. Möglicherweise wird der Standort dann auf die bisherige Baufläche erweitert, die aber nun wohl vorerst nur begrünt wird.

Die Allego-Säulen sind bereits aktiv und können genutzt werden, DC an CCS und AC an Typ 2. Es gibt aber nun doch eine kleine negative Überraschung: Es gibt entgegen den Erwartungen keinen einzigen CHAdeMO-Anschluss in der neuen Installation! Für CHAdeMO bleibt somit nur ein einziger Ladepunkt beim Burger King. Aber immerhin wird es die Möglichkeit noch geben…

Nächste Woche gibt es hoffentlich die Erfolgsmeldung über die Inbetriebnahme!


Hier sind meine vorigen Posts zum Supercharger Wolfsburg:

Tesla Logo

35 Prozent der Teile von Tesla sind deutsch

In meinem Beitrag über meine Entscheidung Volkswagen ID.3 vs. Tesla Model 3 habe ich angesprochen, dass das Modell von Tesla zu einem erheblichen Teil aus deutscher Technologie besteht. Nun haben wir dazu eine konkrete Zahl: 35 Prozent der Teile von Tesla sind deutsch.

In einer neuen Studie von Prof. Dr. Jan-Philipp Büchler von der Fachhochschule Dortmund hat das nun eindrucksvoll und wissenschaftlich bestätigt: 35 Prozent der Teile stammt von deutschen Unternehmen, die vielfach vollkommen unbekannt sind. Es handelt sich also um die typischen „Hidden Champions“, die in der Lieferkette von Tesla mithalten können.

Bild: Prof. Dr. Jan-Philipp Büchler

In der Studie, die als Vorabdruck veröffentlicht wurde, werden auch einige weitere Strategien von Tesla analysiert. Beispielsweise übernimmt Tesla gezielt Lieferanten, um sich einerseits den Zugang zu deren Leistungen zu sichern, andererseits aber auch um den Mitbewerb davon abzuschneiden.

So wird das Beispiel der Übernahme von Grohmann Engineering als Beispiel angegeben. Nach der Übernahme kündigte das Unternehmen alle Verträge mit Mercedes Benz, was 2019 zu einem akuten Lieferengpass beim Modell EQC führte.

Das war sicher nicht die Hauptmotivation für die Übernahme, aber sicherlich ein angenehmer Nebeneffekt. Letztlich ist das auch das Designprinzip eines erfolgreichen Autoherstellers: Jedes Teil muss mehrere Funktionen ausführen und damit einen Mehrwert zusätzlich zur Einzelfunktion schaffen.

Die Strategie geht also weit darüber hinaus, Autos in einigen Stunden weniger herzustellen als der Mitbewerb.  Volkswagen plant eine komplett neue Fabrikshalle für E-Autos in Wolfsburg, aber ist das wirklich der entscheidende nächste Schritt zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit? Oder sieht es nur gut nach außen aus und simuliert einen Fortschritt gegenüber dem Tesla-Werk in Grünheide, den es in Wirklichkeit nicht gibt? VWs Transformation kann nicht nur in neuen Hallen bestehen.

Die Zukunft wird es zeigen und das Match bleibt spannend und ich weiß nur zu gut, wie aufreibend dieser Weg ist: Auch in der Signaltechnik hat sich der Fokus von Mechanik und Relais zu enorm Software-lastigen Systemen gewandelt, die aus Millionen Codezeilen zusammengesetzt sind. Viele Hersteller sind dafür nicht ideal positioniert: Management und Belegschaft kommt vielfach nicht aus dem Bereich Software und die derzeitigen EntscheidungsträgerInnen haben die technische Ebene verlassen, als Relais noch innovativ waren oder – schlimmer – haben überhaupt keinen technischen Background. Ich übertreibe an dieser Stelle sicherlich, aber das Grundprinzip stimmt einigermaßen.

Mutmaßlich ist das bei den OEMs auch nicht fundamental anders und das Umlernen ist weder einfach noch reibungsfrei oder gar ein kurzfristiger Prozess. Zusätzliche Heerscharen von im Schnellsiedeverfahren angelernten Softwerkerinnen helfen bei dieser Herausforderung nicht unbedingt weiter, auch wenn sie ein Teil der Lösung sein können.

Tiefes organisatorisches Wissen und Verhalten lässt sich leider nicht beliebig rasch in ein System hineinbefehlen, selbst wenn es das Gehorchen gut gelernt hat. Oder gerade dann. Agilität lässt sich nicht verordnen, sie muss kooperativ wachsen können.

Als zertifizierter Scrum Master möchte ich den Blick darauf lenken, dass sich die Werte des Manifest für Agile Softwareentwicklung („Agile Manifesto“) um Humanität, Individualität und systemische Dynamik drehen, nicht um Befehlshierarchien, „Command and Control“-Strukturen oder rigide Formalismen.

Oder VW geht den Weg der britischen Monarchie: Immer noch vorhanden, aber zunehmend weniger ernst genommen…

Supercharger WOB am heutigen Samstag

Supercharger WOB am heutigen Samstag

Heute habe ich Glück! Ich muss nicht beim in Bau befindlichen Tesla Supercharger Wolfsburg vorbeifahren, denn ich bekomme aktuelle Bilder von Frank, der auch einen sehr interessanten Blog unterhält.

Er hat auf meinen Eintrag vom letzten Samstag geantwortet (Axel übrigens auch, vielen Dank!). Es gibt also doch Typ 2-Ladepunkte neben dem Tesla Supercharger, genau zwei Stück. Die Box ist so klein und unscheinbar, sodass ich sie übersehen hatte – oder weil ein Kastenwagen bei meinem Besuch davor stand.

Für Hybride und Autos, die auf Typ 2 angewiesen sind, gibt es also in Lehre doch ein Ende der Reichweitenangst! Nach dem Aussehen der Ladebox dürfte es sich um eine Installation mit 2 x 22 kW Leistung handeln.

Im Vergleich zur 300 kW-DC-Ladesäule sind die AC-Anschlüsse wirklich winzig. Die 300 kW-Ladesäule Alpitronic Hypercharger Model 300 hat etwa die Maße 73 cm x 214 cm x 86 cm, das entspricht etwa 1,34 Kubikmetern. Die AC-Box ist 59 cm x 34 cm x 23 cm groß, weniger als 0,05 Kubikmeter. Die DC-Ladesäule ist somit mehr als 27mal so groß, hat aber nur die siebenfache Leistung.

Alpitronic Hypercharger
Foto: Frank Steinberg

Kurz gesagt: DC-Ladesäulen sind noch zu groß. Tesla und Ionity haben wohl auch deshalb die Konverter und die Anschlusssäule getrennt, um optisch schlankere Ladepunkte bauen zu können.

Weil wir gerade beim Bau von Ladepunkten sind: Offensichtlich ist einer nicht geliefert worden. Allerdings sind derzeit auch nur 12 Ladepunkte im Ladeverzeichnis angegeben. Vielleicht hatte jemand zu viel Respekt vor der 13? Bei vielen Fluglinien gibt es keine Reihe 13, in vielen Gebäuden kein 13tes Stockwerk. Warum also nicht auch Numerologie bei Ladesäulen?

Tesla Supercharger Wolfsburg: Die fehlende Nummer 13
Foto: Frank Steinberg

Anscheinend plant Tesla noch einen weiteren Ausbau, zwei Plätze für zusätzliche Konverter sind bereits vorgesehen. Dann könnte man die Dreizehn komfortabel überspringen.

Tesla Supercharger Wolfsburg Konverter
Foto: Frank Steinberg

Die neuen Ladepunkte sehen bereits sehr fertiggestellt aus, in Betrieb ist aber noch keiner davon. Lange kann es aber nicht mehr dauern!

Supercharger Wolfsburg am Samstag

Supercharger Wolfsburg am Samstag

Auch am Samstagnachmittag wird am Supercharger Wolfsburg gearbeitet: Tesla möchte den ganz offensichtlich rasch in Betrieb bringen. Nach den Fundamenten stehen nun auch die Ladesäulen, die Anschlüsse sind erledigt. Auch die Platzbeleuchtung ist gestellt und die letzten Pflasterarbeiten finden statt. Die Inbetriebnahme im November sollte klappen! Anstelle der angekündigten 30 Ladepunkte werden es aber vorerst lediglich 12 Stück, aber dafür alle V3. Jedenfalls ist das eine deutliche Verbesserung der Ladeinfrastruktur am der A2.

Supercharger Wolfsburg am Samstag

Auch die Allego-Ladesäulen am hinteren Ende der Fläche stehen bereits. Dem Vernehmen nach wird es neben CCS-Anschlüssen auch einen CHAdeMO-Ladepunkt geben.

Das ist aber noch nicht alles in Lehre! Auch die beiden Ladesäulen beim Burger King stehen bereits, sind aber noch in Plastikfolie verpackt. Das geplante Dach steht allerdings noch nicht. Auch dort wird es neben vier CCS-Ladepunkten auch einen CHAdeMO-Anschluss geben (geteilt mit einem der CCS-Anschlüsse).

Klar ist aber nun: Einen Typ 2-Anschluss wird es in Lehre auf Sicht nicht geben, Fahrzeuge ohne CCS-Anschluss geraten in der öffentlichen Ladeinfrastruktur zunehmend in Schwierigkeiten. Die Sinnhaftigkeit des Nachladens von Hybriden auf der Langstrecke kann man diskutieren – die Ladeleistung ist einfach zu gering. Deshalb geht auch bei diesen Fahrzeugen der Trend zum CCS-Anschluss (z.B. Audi Q5 55 TFSI e quattro, BMW 330e iPerformance, Mercedes-Benz E 350 e).

Für E-Auto-Käufer bedeutet das auf jeden Fall: CCS-Anschluss unbedingt mitkaufen, auch wenn es etwas mehr Geld kostet.

Korrektur vom 13.11.2021: Es gibt doch zwei Typ 2-Anschlüsse! Mehr dazu im Update!

Tesla Supercharger Wolfsburg Update

Tesla Supercharger Wolfsburg Update

Der Bau des Tesla Supercharger Wolfsburg geht voran!

Die Podeste für die Ladesäulen stehen bereits, die Kabel sind verlegt. Derzeit sieht es nach 21 Ladepunkten aus, angeordnet in drei Reihen zu jeweils sieben Ladepunkten.

Aufbau des Tesla-Superchargers Wolfsburg

Interessant: Die Ladepunkte stehen nicht mehr hinter dem Parkplatz, sondern sind seitlich zwischen den Stellflächen. Ist das ein Ausblick auf die Verwendung durch andere E-Autos, die nicht von Tesla kommen?

Damit können Fahrzeuge mit seitlichem CCS-Anschluss (z.B. alles von Audi, Volkswagen, Mercedes, BMW oder auch Peugeot) angeschlossen werden, ohne zwei oder drei Stellplätze zu blockieren.

Auf der Restfläche daneben werden anscheinend die anderen Ladepunkte anderer Betreiber installiert. Der alte Triple-Charger ist damit aber wohl Geschichte und damit auch das AC-Laden in Lehre.

Im Hintergrund ist noch der Flüssiggas-Behälter der angrenzenden Shell-Tankstelle zu sehen – ein Monument der Vergangenheit!

Bei Tesla ist der neue Supercharger bereits verzeichnet, allerdings wurde das Fertigstellungsdatum von Q3/2021 auf Q4 verschoben. Bis dahin können Durchreisende aller Fabrikate an einem der vier 300 kW-Superschnelllader von Aral (Hansestraße 47, Braunschweig) laden. Die befinden sich etwa zehn Kilometer entfernt ebenfalls an der A2, also tatsächlich in Braunschweig. So wie der Supercharger Wolfsburg auch 😉