Elektroautos von Aiways

Ein weiterer neuer Player im Bereich der Elektroautos ist Aiways, ebenfalls in Stockholm vertreten. Das Unternehmen wurde erst 2017 gegründet und liefert zwei Modell aus, den U5 und den U6. Das junge Alter der Marke bemerkt man gelegentlich, z.B. wenn die Website ein Gemisch aus Deutsch und Englisch ist. Macht nichts, sehen wir uns die Elektroautos von Aiways näher an.

Elektroautos von Aiways: U5

Der Aiways U5 ist kein kleines Auto, sondern ein für europäische Verhältnisse großer SUV. Keine dritte Sitzreihe, aber ein großer Kofferraum.

Unter dem Laderaumdeckel ist nur wenig Platz, wer eine tiefe Wanne wie bei Tesla oder VW erwartet, wird enttäuscht.

Dafür gibt es einen kleinen Frunk fürs Ladekabel und anderen wasserunempfindlichen Kleinkram. Wenn man die Größe des Vorbaus ansieht, dann ist der Laderaum unter der Vorderhaube aber ziemlich klein.

Die vordere Haube ist fertigungstechnisch durchaus interessant gestaltet, die Laschen aus Metall sparen viel Gewicht und erzeugen eine weiche Aufprallzone in der Mitte des Deckels, um für den Unfall mit Fußgängern ein besseres Ergebnis zu erzielen. Der Nachteil: Die Kanten sind ziemlich scharf, da muss man durchaus achtsam sein.

Der Vorderwagen ist nicht unbedingt windschlüpfrig, vermeidet aber viele Fugen.

Der Innenraum ist gemütlich gestaltet, man darf aber sein Mobiltelefon nicht unbedingt auf die Tür legen: Die Türfüllung ist nach außen geneigt und wenn man das Fenster nach unten fährt, fällt alles aus dem Auto, was dort liegt.

Die Türfüllung entspricht der Erwartung: Unten Hartplastik, oben weich mit Griffen und Bedienungselementen in Chrom-Optik.

Doch nun weiter zum Aiways U6!

Trotz des größeren Namens ist das Auto nicht kaum größer, denn mit 4,8 m ist er nur 12 Zentimeter länger als der U5. Kein Wunder, die Technik ist dieselbe wie im U5, ist hier aber als Coupé verpackt. Der Kofferraum ist ähnlich groß und unter dem Deckel ist nur noch ein flacher Raum.

Das Design ist farbenfroh, wenn man die entsprechenden Optionen bestellt. Dennoch ist das Konzept sehr konventionell, im Gegensatz zu BYD beispielsweise.

Die Tür hat ein hübsches Design, das für mich etwas zu unruhig ist: Da stoßen sieben oder acht Farben mit jeweils unterschiedlichen Materialien zusammen. Das kann in der Fertigung nicht billig sein, selbst wenn die untere Hälfte nur noch aus Hartplastik besteht.

Der Materialmix setzt sich im Inneren fort, ist aber generell gut verarbeitet. Lediglich die Sitze werfen Falten, wie man es bei der Auslieferung normalerweise eher von Tesla kennt.

Einige Details wirken etwas merkwürdig konstruiert, hinter dem Lenkrad sieht man das aber beim Fahren nicht.

Das Cockpit ist recht aufgeräumt und nimmt mit dem massiven „Schubhebel“ Anleihen an der Luftfahrt. In Wirklichkeit ist der Griff aber fix und man stellt die Fahrstufe durch Drehen ein, dazu gibt es einen Daumenknopf für die Parkbremse.

Persönlich finde ich dieses große Teil in der Mitte eine designgetriebene Platzverschwendung mit unpraktischen Nebenwirkungen, das Ding steht einfach im Weg, besonders auf dem Weg zur Mittelkonsole.

Obwohl man es auf dem Bild nicht gut erkennen kann: Es gibt ein schmales Display über dem Lenkrad und nicht nur das große Zentraldisplay. Das ist im Vergleich zum Ansatz von Tesla tatsächlich eine gute Lösung: Die wesentlichen Daten (Geschwindigkeit, Reichweite, Zeit, Fahrstufe und ein paar Indikatoren) sieht man hinter dem Lenkrad und der große Spielbedarf wird an der Mittelkonsole gestillt.

Das Lenkrad hat echte Tasten und dieser Weg scheint sich generell bei allen Herstellern durchzusetzen.

Für die Verbesserung des Luftwiderstands hat das Auto links und rechts kleine Flügel an der Stoßstange, deren Überlebenschance im deutschen Einkaufsparkplatz möglicherweise gering sind. Aber eine nette Idee sind sie auf jeden Fall.


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