Wien über Tschechien – Teil 2

Zu Teil 1

Wien ist zweifellos eine schöne Stadt!

Beeindruckende Bauwerke.

Museum Wien

Kunst und Kultur.

Schiele in Wien

Und 1.000 Ladepunkte!

Das Aufladen kostet zwischen 22:00 und 8:00 lediglich 70 Cent pro Stunde – die AC-Ladeleistung beträgt 11 kW beziehungsweise bis zu 22 kW, wenn nur ein Fahrzeug angeschlossen ist und diese Leistung aufnehmen kann.

Natürlich wird es spät, wenn man erst ab 22:00 lädt. Doch für einen Euro und vierzig Cent kann man 22 kWh bekommen, echt günstige 6,4 Cent pro Kilowattstunde. Voraussetzung ist eine Ladekarte von Tanke Wien.

Ad-hoc-Laden kostet 3,60 Euro pro Stunde, was den Strompreis bei 11 kW Ladeleistung auf 32,7 Cent pro kWh erhöht. Das ist allerdings immer noch billiger als die meisten deutschen Ladeverträge im Roaming-Betrieb.

Batterieelektrischer Bus in Wien
Batterieelektrischer Innenstadtbus beim Nachladen an der Endstation

Doch ob der Ladevorgang in Wien nun 5 Euro oder 20 kostet, spielt keine Rolle. Einer der Gründe ist naturgemäß die Dichte der Kaffeehäuser und Heurigen in der Stadt. Ein anderer Grund ist das heikle Thema Maut.

Deutschland ist diesbezüglich durch die kapitale Leistung eines ehemaligen Verkehrsministers begünstigt. Man könnte fast von einer absichtlichen Sabotage der deutschen Pkw-Maut sprechen, wenn das Vorhaben nicht derart dilettantisch umgesetzt worden wäre.

In Tschechien und in Österreich gibt es die Pkw-Maut, deren Einhaltung intensiv kontrolliert wird. Mautvergehen können je Land schnell deutlich mehr als 200 Euro kosten.

Zehn Tage Maut kosten in Tschechien 19,80 Euro, in Österreich 9,60 Euro. Man erkennt ein gewisses Missverhältnis, doch kann man in Tschechien zumindest eine Mautbefreiung für batterieelektrische Autos und Wasserstofffahrzeuge beantragen. Informationen und den Link zum Download gibt es auf der Website des Mautbetreibers. Wenn man allerdings nicht über eine elektronische Signatur verfügt, die in Tschechien funktioniert, dann muss man die Unterschrift beglaubigen lassen.

Eine solche Beglaubigung sieht hübsch aus und kostet nicht viel. Deshalb ließ ich meine Unterschrift notariell beglaubigen und schickte die Unterlagen per Post zum Mautbetreiber. Der Brief hat sein Ziel gefunden, denn per Email wurde mir mitgeteilt:

Dobrý den,

v příloze tohoto e-mailu naleznete odpověď ve věci oznámení osvobození od úhrady časového poplatku, které bylo z Vaší strany učiněno.

Tým zákaznické péče

Elektronické dálniční známky

In Kürze: Meine Angaben seien nicht ausreichend gewesen. Ich war also noch nicht am Ziel der Mautbefreiung angelangt. Ich werde es jedoch ein zweites Mal versuchen – sobald ich Zeit habe.

Enzos in Wien
Diese farbigen Sitzgelegenheiten, die „Enzis“, gibt es mittlerweile auch in Wolfsburg beim Südkopf

Fassen wir also zusammen: Die Maut für die Fahrt nach Wien kam auf knapp 30 Euro, der Ladestrom auf etwa die Hälfte.

Damit wird deutlich, dass die Ladestromkosten auf der Langstrecke eine geringere Rolle spielen, als gelegentlich suggeriert wird.


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