Ostern ist nicht nur das höchste christliche Fest im Jahreslauf, sondern gehört auch zur intensivsten Reisezeit des Jahres. Klappt das elektrische Reisen in Deutschland?
198.384 öffentlich zugängliche Ladepunkte gibt es laut Bundesnetzagentur mit Stand vom 01.03.2026, davon 50.449 Schnellladepunkte.
Ist das bei 2.034.260 E-Autos in Deutschland (Daten des KBA) nun viel oder wenig?
Wenn wir für einen Ladevorgang eine Dauer von 30 Minuten ansetzen und 24 Stunden durchladen, ergibt das mehr als 2,4 Millionen Ladevorgänge. Rein statistisch gesehen könnte also jedes E-Auto in Deutschland zumindest einen Schnellladevorgang pro Tag abbekommen und rund 387.000 zusätzliche Autos aus dem Ausland ebenfalls.
Das ist sicherlich kein realistisches Szenario, aber es zeigt das hohe Niveau des aktuellen Ausbaustands der Ladeinfrastruktur in Deutschland. Das häufige Argument, man müsste die Ladeinfrastruktur ausbauen, bevor Elektromobilität Erfolg haben kann, ist damit klar widerlegt.
Aber Statistik ist die eine Seite und Realität die andere.

An der A2 liegen neben dem Rausch Schokoladenhaus ein Tesla Supercharger mit 32 Ladepunkten mit bis zu 250 kW Leistung – einer der ersten mit V4-Supercharger in Deutschland – sowie 12 Ladepunkte von EnBW, bei denen sich jeweils zwei Anschlüsse eine Ladeleistung von 300 kW teilen.

Ein Besuch am Osterwochenende zeigt: Die Auslastung liegt bei etwa 30 Prozent, es gibt mehr als genügend freie Anschlüsse.
Gleichzeitig lag der Strompreis während des Osterwochenendes tagsüber phasenweise deutlich unter null, sodass netzdienliches Laden über große Strecken möglich wurde. Der Preis von Diesel lag auf einem Allzeithoch und Benzin E10 auf einem Jahreshoch, knapp unter dem Rekordwert von 2022.

Die Schere zwischen den Kosten für Verbrenner und den Kosten für Elektromobilität geht somit immer weiter auf.
Für die ab Januar 2026 rückwirkend geltende Förderung für Neuwagen mit Elektro- und Hybridantrieb können voraussichtlich ab Mai 2026 Anträge gestellt werden. Aufgrund dessen und wegen der bestehenden Unsicherheiten über die genauen Förderbedingungen hat diese Maßnahme ihre volle Wirkung noch nicht einmal entfaltet.

Die Elektromobilität kommt immer mehr in die Richtung, dass sie aufgrund der eigenen Vorteile in Führung geht und nicht wegen staatlicher Förderungen oder unhaltbarer Verbrennerverbote.
Gut so!
Schreibe einen Kommentar