Update vom Supercharger Wolfsburg

Update vom Supercharger Wolfsburg

Über den geplanten Tesla Supercharger in Wolfsburg hatte ich ja bereits geschrieben. Auf der Website von Tesla wird er ebenfalls unverändert geführt. Seitdem gab es etwas Bautätigkeit, deshalb hier mein Update vom Supercharger Wolfsburg.

Kürzlich war ich wieder vor Ort.

Es gab tatsächlich Bautätigkeit! Beton wurde verarbeitet! Kabel wurden verlegt!

Update vom Supercharger Wolfsburg - Sockel für Ladesäulen in Lehre bei Braunschweig. Wird das noch ein Tesla Supercharger?

Wie ein werdender Supercharger sieht das allerdings nicht aus.

Auch die Tesla-typischen Anlaufbalken auf dem Boden fehlen noch, obwohl die auch später installiert werden könnten.

Die Abfolge von quadratisch & klein und rechteckig & groß spricht ebenfalls dagegen. Werden hier zwei DC und drei AC-Säulen aufgebaut? Das wären immerhin Ladepunkte, wenn auch nicht von Tesla.

Rechteckiger Betonsockel

Die Basis für eine Installation von Ionity scheint es aber auch nicht zu sein.

Quadratischer Sockel

Es bleibt spannend und ich werde weiterhin gelegentlich vorbeifahren… der nächste Update vom Supercharger Wolfsburg kommt bestimmt!

Wucher an der Ladesäule

Erfahrene Emobilist:innen kennen das Vergnügen, an einer Ladesäule den günstigsten Tarif als Kombination aus Strompreis, Startgebühr, Zeitanteil und möglichen Standkosten herauszufinden. Das ist schon in Deutschland nicht einfach, im Ausland sind die Unterschiede zwischen den Anbietern noch wesentlich größer, mitunter trifft man auch auf Wucher an der Ladesäule.

Wegen meines Aufenthalts in Wien musste ich diese Fragestellung konkret bearbeiten. Als Beispiel verwende ich Ladepunkte von Wien Energie (AC 11 kW). Zur Berechnung eines kompletten Ladevorgangs nehme ich eine Ladung von 40 kWh in vier Stunden an.

In der folgenden Tabelle habe ich die möglichen Kosten (Stand Juni 2021) zusammengefasst.

AnbieterTarifKosten pro kWhKosten pro Ladung
Wien Energie (Tanke App)2,90 EUR / Stunde (08:00-22:00)29 Cent11,60 EUR
Maingau Einfach Strom Laden0,38 EUR / kWh + Standzeitzuschlag ab vier Stunden38 Cent15,20 EUR
Shell Recharge0,174 EUR / Minute104 Cent41,76 EUR
ENBW+0,39 EUR / kWh + Standzeitzuschlag ab vier Stunden39 Cent15,60 EUR
Plugsurfing0,191 EUR / Minute115 Cent45,84 EUR
Entaga0,17 EUR / Minute102 Cent40,80 EUR
Nextcharge0,18 EUR / Minute108 Cent43,20 EUR

Der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot beträgt in diesem Beispiel knapp 300 %. Das erinnert deutlich an die Anfangszeiten der Mobiltelefonie. Vielleicht greift auch hier die EU irgendwann einmal mit einer Deckelung der Roaming-Aufschläge ein. Danach sieht es aber derzeit noch nicht aus.

Wer noch günstiger laden möchte, kann während der Nacht (22:00-8:00) um 0,70 EUR pro Stunde laden, bei 11 kW Leistung sind das konkurrenzlos günstige 6,3 Cent pro Kilowattstunde! Selbst die größte Batterie wird in Wien über Nacht zum Sonderpreis von 7 Euro in zehn Stunden voll.

Ebenfalls interessant: Bei Bezahlung direkt beim Betreiber Wien Energie fallen die geringsten Kosten an. Doch es ist Vorsicht angesagt: Das gilt nur für dieses Beispiel! Da der Preis nur zeitabhängig ist, würden die Stromkosten stark ansteigen, wenn man längere Zeit an der Ladesäule steht und weniger als 11 kW Ladeleistung abruft.

Und wird man wird möglicherweise vom Auftauchen einer größeren Baustelle hinter der Ladesäule überrascht…

Die plötzliche Baustelle

Dass man beim Laden im Ausland sehr genau aufpassen muss, zeigt dieses Beispiel: Über Plugsurfing wurde für eine Wien Energie-Ladesäulen der Preis von 11,48 Euro angezeigt, und zwar pro Minute! Der vierstündiger Ladevorgang aus dem Beispiel hätte damit schlanke 2.755 Euro gekostet, knapp 70 Euro pro Kilowattstunde. Auch das erinnert an die Anfänge der Mobiltelefonie und ist selbst für leidgeprüfte deutsche Stromkunden etwas zu viel des Guten.

Ladewucher in der Hyrtlgasse

Das wäre schon ein klassisches Beispiel für Sachwucher gewesen. Ob Plugsurfing diesen Wucher an der Ladesäule wirklich verrechnet hätte ist schwer zu beurteilen, vermutlich hätte man sich auf einen offensichtlichen Fehler berufen können. Aber wer weiß, ich bin froh, es nicht ausprobiert zu haben…

Zum Glück wurde der Preis mit dem Update für Juli 2021 auf 0,191 Euro pro Parkminute korrigiert. Plugsurfing ist damit nach wie vor das teuerste Angebot, man geht aber nicht mehr bankrott…

Wolfsburg – Wien – Velden – Wolfsburg elektrisch

Wolfsburg – Wien – Velden – Wolfsburg elektrisch

Tag 1: Wolfsburg – Wien

Nachdem durch die sommerliche Reduktion der Corona-Zahlen das Reisen zwischen Deutschland und Österreich ohne Quarantäneerfordernisse möglich wurde, plante ich einen längeren Rundkurs: Wolfsburg – Wien – Velden – Wolfsburg, rein elektrisch versteht sich.

Nach langer Zeit wollte ich meinen Sohn und Freunde in Kärnten besuchen. Das Fahrzeug würde das Tesla Model 3 LR aus 2020 sein.

Streckenplanung mit Google Maps
Quelle: Google Maps

Als erstes – und einziges – Hindernis stellte sich der Tesla-Routenplaner heraus, den ich ja schon an anderer Stelle behandelt habe. Nach wie vor kann er keine Zwischenziele verarbeiten und alternative Routen kann man ebenfalls nicht auswählen.

Hartnäckig bot er mit also die Strecke durch die Tschechische Republik an, die ich aber trotz der kürzeren Strecke nicht nehmen wollte. Allein die Komplikationen zweier Grenzübertritte hätte als Hinderungsgrund ausgereicht, aber die mäßig guten Straßen und die Lücke in der Autobahn waren ebenfalls nicht attraktiv.

Also musste ich zuerst eine Strecke zur Raststation Aistersheim in Österreich planen. Im Ladesäulenverzeichnis hatte ich dort eine Schnellladesäule mit 150 kW Maximalleistung von da emobil gefunden, die mit einem Minutentarif von 30 Cent über Shell Recharge auch noch sehr günstig angeboten wurde: Ein halbe Stunde Ladezeit würde lediglich 9 Euro kosten und das Model 3 sollte in dieser Zeit ordentlich Strom einsaugen können.

Die Maut für Österreich von EUR 9,50 für hatte ich bereits in Form der elektronischen Vignette bezahlt, Anhalten und Aufkleben würde sich somit erübrigen.

Google Maps hatte eine Fahrzeit von 9 Stunden und 6 Minuten berechnet. Abfahrt um 8:54 mit 100 Prozent im Akku, 22 Grad Außentemperatur, Reifendruck 2,9 Bar. Zum ersten Ladestopp ließ mich das Tesla-Navi um 10:45 in Nempitz nach 192 Kilometern bei 52 Prozent bzw. 244 Kilometern Restreichweite abfahren, für meinen Geschmack etwas zu früh.

Der Durchschnittsverbrauch lag zu diesem Zeitpunkt bei 17,2 kWh pro 100 km, die Temperatur bei 31 Grad. Einige Teslas hingen an den Steckern, auf den Ionity-Ladepunkten herrschte hingegen gähnende Leere. Der erste Ionity-Kunde war ausgerechnet ein Tesla Model 3, der sich aber nur testhalber ansteckte. Abfahrt 11:03!

Nach weiteren 240 Kilometern war um 13:12 in Wernberg-Köblitz der nächste Supercharger-Zwischenstopp. Dort war ich vorerst der einzige Ladekunde, bis sich zwei weitere Teslas einstellten. Auch dort bestand keine Nachfrage bei den Ionity-Säulen. Der Durchschnittsverbrauch bis dahin war auf 17,7 kW pro 100 km angestiegen.  Mittlerweile betrugt der Reifendruck 3,2 Bar.

Nach kurzem Stau an der Bundesgrenze dauerte es nicht mehr lange bis zur Raststätte Aistersheim. Die Ladesäule von da emobil in Orange war leicht zu finden und ließ sich mit Shell Recharge problemlos starten. In 21 Minuten verspeiste das Model 3 genau 42,78 kWh. Mit den erwarteten Kosten von EUR 6,30 ergab sich ein Preis von weniger als 15 Cent pro Kilowattstunde. Take that, Ionity! Und auch gegenüber dem Tesla-Supercharger weniger als der halbe Preis. Sehr empfehlenswert also! 

Nach dieser günstigen Zwischenladung war es kein Problem mehr, bis nach Wien zu fahren – Ankunft 18:50. Insgesamt dauerte die Fahrt für eine Strecke von 889,4 Kilometern knapp 10 Stunden. Der Gesamtverbrauch betrug 153 kWh, der Durchschnittsverbrauch von 17,1 kWh pro 100 Kilometer.

In Anbetracht von Unfall- und Grenzstau sowie einigen Baustellen finde ich das hervorragende Werte! Mit etwas Anstrengung und Auspressen der Batterie hätte ich vielleicht noch 20-30 Minuten herausholen können, aber ich wollte ja keine 900 km-Challenge fahren 😉

Mit dem Renault Zoe hatte ich übrigens etwa 19 Stunden für dieselbe Strecke gebraucht…

Tag 2: Wien – Velden

Velden wird nicht jedem geläufig sein, in Österreich ist der Ort allerdings durch das dortige Casino und seine Lage am schönen Wörthersee durchaus sehr bekannt. Ein langjähriger Freund hatte beschlossen, dort seine Zelte aufzuschlagen, obwohl er keinerlei Kärntnerische Wurzeln hat. Aus Wien würde ich einen weiteren Freund mitnehmen, der noch nie in einem Elektroauto mitgefahren war.

316 Kilometer lagen vor uns, eine eher kleine Etappe also. Eigentlich wollte ich durchfahren, hatte aber nur auf 86 Prozent geladen und das Tesla-Navi bot uns Kapfenberg als Zwischenhalt für eine 10 Minuten-Ladung an. Nachdem das Navi dort eine Tesla-Lounge anzeigte, war der Plan klar: Diese zehn Minuten wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Eine Fahrt im Alpengebiet bei strahlendem Sonnenschein ist an landschaftlichem Reiz kaum zu überbieten – schöner kann man nicht reisen. Erwartungsgemäß war mein elektrojungfräulicher Mitfahrer vom Fahrverhalten, der Beschleunigung („wie mein Motorrad!“) und dem problemlosen Laden des Model 3 beeindruckt. Mal sehen, was sein nächstes Auto sein wird…

Ankunft mit komfortablen 19 Prozent in der Batterie, auch wenn das Anzeigegerät des Autos in Velden einfach abstürzte und wir bis zum Neustart mit schwarzem Bildschirm einen kleinen Umweg fuhren, weil wir uns natürlich auf die Routenführung verlassen hatten. Das ist beim Model 3 nach wie vor ein zu häufiges Ereignis, zumal man dann keine Geschwindigkeitsanzeige und keine Einstellmöglichkeit für den Scheibenwischer mehr hat. Zum Glück war das Wetter sommerlich schön und langsames Fahren ist in Velden ohnehin eine gute Idee. Trotzdem: Komplettabsturz der einzigen Anzeigeeinheit während der Fahrt darf eigentlich nicht vorkommen.

Gleich nach der Ankunft kam das Auto an die Schuko-Steckdose – mehr als 22 Stunden bis 100 Prozent, dafür würde die Zeit absehbar nicht ganz ausreichen, denn am nächsten Tag stand am Vormittag die Rückfahrt auf dem Plan.

Tag 3: Velden – Wolfsburg

Vor dieser Strecke hatte ich noch EUR 12,50 für die Maut auf der Tauernautobahn bezahlt, um die automatischen Schranken nutzen zu können. Per Kennzeichenerkennung wird die Bezahlung der Maut geprüft und der Schranken öffnet sich dann einfach – fertig! Maut kann so einfach sein…

Ich hatte seit meiner Ankunft in Velden mit dem 2,8 kW-Schuko-Adapter von Tesla geladen, 433 Kilometer Reichweite versprach die Anzeige. Erster Ladestopp würde der Supercharger in Weyarn werden und auch dort würde es eine Tesla-Lounge geben. Abfahrt um 10:02.

Nach 295,2 Kilometern um 12:55 hatte ich den Supercharger Weyarn erreicht. Der Durchschnittsverbrauch lag bei sehr günstigen 15,3 kWh pro 100 km. Allerdings verlief die Strecke größtenteils bergab und war mit 100 km/h-Begrenzungen nur so gespickt – jeder Tunnel war tempobegrenzt und davon gab es auf der Strecke sehr viele. 50 Minuten sollte der Ladevorgang dauern, allerdings war ich etwas ungeduldig und fuhr bereits nach 40 Minuten los, da die Ladeleistung bei 86 Prozent Füllungsgrad bereits deutlich gefallen war.

Natürlich reagierte Tesla prompt und winkte mich nach weiteren 172 Kilometern zum Supercharger Hilpoltstein an die Boxen. Danach reichte der Batterieinhalt aber endgültig bis Wolfsburg, wo ich um 20:08 ankam.

Etwas über 10 Stunden finde ich auch für dieser Strecke eine tadellose und praxisgerechte Fahrzeit!

Fazit

Insgesamt betrug die gefahrene Strecke 2.236 Kilometer, für die ich 370 kWh verbraucht habe. Der Durchschnitt betrug 16,5 kWh pro 100 km und das finde ich einen sehr guten Wert. Bezüglich Geschwindigkeit war ich immer regelkonform unterwegs, der Tempomat stand maximal 5 km/h über dem jeweiligen Limit. In Deutschland auf der Autobahn fuhr ich größtenteils Richtgeschwindigkeit, in den unbegrenzten Abschnitten gelegentlich etwas schneller.

Kommen wir nun am Ende zu einem der Reizthemen der Elektromobilität: Den Kosten. Für viele ist die Elektromobilität ein Irrweg, so lange sie nicht billiger als ein Dieselauto ist. Ich bin da anderer Meinung, das E-Auto kann man nicht als reines Sparprogramm sehen, das wird der Sache nicht gerecht.

Egal, sehen wir uns zuerst die Rohdaten an.

StreckeStromkostenSonstige
Wolfsburg5,00 zu Hause geladen 
Wolfsburg – Wien7,77 Tesla-SUC
18,13 Tesla SUC
6,30 Shell Recharge
Maut 9,50
Wien36,26 Maingau 
Wien – Velden2,97 Tesla SUC 
VeldenKostenlos geladen 
Velden – Wien17,76 Tesla SUC
17,76 Tesla SUC
5,92 Tesla SUC
Maut 12,50
WolfsburgKostenlos geladen 
Summe117,8722,00

Die gesamten Stromkosten betrugen EUR 117,87 (31,9 Cent pro kWh im Durchschnitt) bzw. 5,27 Cent pro Kilometer, zuzüglich 22 Euro bzw. knapp 1 Cent pro Kilometer an Mautkosten. Der Wertverlust pro Kilometer betrug geschätzte 22 Cent.

Anekdote am Rande: Nach meiner Rückkehr konnte ich ein letztes Mal an der Flexiblen Ladesäule in Wolfsburg laden. Es sollte das letzte Mal gewesen sein…

Hätte ich diese Ladung an der heimischen Wallbox gemacht, wären noch etwa EUR 16,00 dazugekommen und die Stromkosten wären damit auf 6 Cent pro Kilometer angestiegen. Effektive Gesamtkosten: 29 Cent pro Kilometer, noch unter dem amtlichen Kilometergeld von 30 Cent.

Diese Zahlen finde ich vollkommen in Ordnung – kein anderes Verkehrsmittel wäre kostengünstiger gewesen 😉 und umweltfreundlicher wohl auch nicht!

COVID-19 und das E-Auto

Aus der Abteilung Krisensoziologie

Eine Pandemie ist eine furchtbare Sache – sie wird uns noch Monate und Jahre beschäftigen, weil sie enormes menschliches Leid und wirtschaftlichen Schaden nach sich zieht, der dann weiteres Leid zur Folge hat. Es handelt sich zweifellos eine beispiellose Belastung aller Gesellschaften der Erde, da gibt es nichts zu beschönigen.

Werfen wir einen Blick auf die Soziologie, die gemäß Wikipedia eine Wissenschaft ist, „die sich mit der empirischen und theoretischen Erforschung des sozialen Verhaltens befasst, also die Voraussetzungen, Abläufe und Folgen des Zusammenlebens von Menschen untersucht.“ Es gibt tatsächlich einen besonderen Zweig, nämlich die Katastrophensoziologie. Dort werden Katastrophen als immer wiederkehrende soziale Grundtatbestände bezeichnet – die nächste Katastrophe kommt also bestimmt.

Am Ende jeder Katastrophe steht – folgt man der Theorie – die Rückkoppelungsphase, in der Lehren gezogen und mit Kritik nicht gespart wird. Dementsprechend wird die globale Bewältigung von Covid-19 eine überragende Fülle von Daten für Forschungsthemen aller Fachrichtungen ergeben – damit ähnlichen Fällen, die in der Zukunft der Menschheit unausweichlich liegen werden, mit besseren Strategien und Methoden begegnet werden kann.

Als Nicht-Soziologe wende ich mich also einem wenig wissenschaftlichen empirischen Beobachtungsexperiment zu: Woran bemerkt man als E-Autofahrer eine Krise mit Ausgangsbeschränkung?

Klarerweise an der Belegung der Ladesäulen. Während sie an Arbeits- und Samstagen generell sehr gut ausgelastet sind, ist das seit letzter Woche überhaupt nicht mehr der Fall.

Werfen wir zuerst einen Blick auf die Auslastung der AC-Ladepunkte in Braunschweig im Dezember 2019:

Die Ladesäulen sind sehr gut ausgelastet und die am häufigsten verfügbare Ladesäule steht in einer kostenpflichtigen Tiefgarage, ansonsten sind die Ladesäulen tagsüber praktisch im Dauereinsatz. Das war in Januar und Februar 2020 auch nicht anders, es gab für mich nur keinen großen Grund, noch mehr Screenshots anzufertigen.

Szenenwechsel! Hier ist der Stand vom 20. März 2020:

A close up of a map  Description automatically generated

Alle Ladesäulen waren verfügbar und in der Tiefgarage wurde sie offenbar deaktiviert.

In Wolfsburg sah es am selben Samstag ähnlich aus:

Eines kann man jedenfalls feststellen: Die E-Autofahrerinnen und E-Autofahrer gehören zur disziplinierten Sorte Mensch. Aber das hatte ich immer schon vermutet, denn ohne ein klein wenig Disziplin ist das Leben mit einem Elektroauto vermutlich nicht wirklich möglich…

Neue Lademöglichkeiten

Neue Lademöglichkeiten

Mobile Ladesäule in WolfsburgWieder gibt es einige neue Entwicklungen seit dem Oktober-Treffen des Wolfsburg E-Stammtischs: Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung hat das Licht der Welt erblickt. Immerhin enthält es die Elektrifizierung des Verkehrs als wesentliche Voraussetzung für die Infrastruktur zur Erreichung der Klimaziele 2030. Nun ist 2030 noch weit weg, aber für Infrastruktur sind zehn Jahre schnell verflogen. Bis dahin ist es eher ein „ich mach es jedem recht“-Paket.

Und es kommt auch mein Lieblings-Unwort vor: Zeitnah! Ich bin immer nahe an der Zeit, oder kann man sich von ihr entfernen? Das klingt verdächtig nach Zeitreisen – eine gute Idee, aber physikalisch eher unplausibel.

Mit einer Zeitreise könnte man auch feststellen, ob der Ladesäulenausbau bis 2030 so enorm vorankommen ist, wie es das Klimaschutzpaket suggeriert: 1 Million Ladepunkte bis 2030! Aber gefördert wird nur bis 2025. Bis 2022 soll es außerdem erst mal nur 50.000 neue Ladepunkte zusätzlich zu den bisherigen rund 16.700 geben. Das wären immerhin rund 16.700 pro Jahr mehr – eine glatte Verdoppelung im ersten Jahr also. Echt cool!

Zwischenstand 2022 für Zeitreisende: 66.700 Ladepunkte. Es fehlen nur noch 933.300 Stück.
 
Der Ausbau zwischen 2023 und 2030 müsste dann massiv beschleunigt werden, nämlich auf 133.000 Ladepunkte pro Jahr oder die 8,5-fache Menge im Vergleich zu den Jahresmengen davor. Das ist schon sehr ambitioniert. Vielleicht werden die nunmehr in Wolfsburg gesichteten mobilen Ladesäulen mehrfach gezählt, an jedem Standort einmal?
 
Trotzdem: Jeder neue Ladepunkt ist ein Gewinn. Und ein Hauptgewinn ist er, wenn er funktioniert und nicht schamlos überteuert ist.