Die Farbe der Zukunft

Die Farbe der Zukunft

Im E-Dilemma hatte ich argumentiert, dass weiße Autos weniger Energie verbrauchen als Autos mit dunklen Farben. Das ist einfach Physik… Es wird aber auch gerne argumentiert, dass die Farbe eines Autos keinen Einfluss auf die Temperatur im Auto hat. Ist Weiß also die Farbe der Zukunft, oder doch nicht?

Vielleicht ist nun der richtige Moment, um sich mit einem anderen Verkehrsmittel zu befassen: Der Bahn, genauer gesagt der Mariazeller Bahn in Österreich. Dort wurde das folgende Experiment unternommen: Heizen sich Schienen weniger stark auf, wenn sie weiß gestrichen sind?

Das Problem ist ganz einfach: Schienen bestehen aus Metall und dehnen sich bei steigenden Temperaturen aus. Ab einer gewissen Temperatur kommt es zu den gefürchteten Schienenverwerfungen.

Schienenverwerfungen im Sommer
Bildnachweis: ABproTWE – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Auf solchen Schienen fahren Züge im besten Fall sehr langsam, meistens aber gar nicht mehr. Unangenehm!

Also weiße Schienenfarbe, um die Temperatur im Sommer um ein paar Grad zu senken. Und siehe da: Es hat funktioniert! Obwohl der österreichische Sommer bisher mehrere Hitzewellen mit sich gebracht hat, gab es auf der Mariazeller Bahn keine einzige Schienenverwerfung, da die Schienen fünf bis sechs Grad kühler blieben.

Weiße Schienen der Mariazeller Bahn
Bildnachweis: NÖVOG / Bojo, Tschudnig

Auch die Deutsche Bahn experimentiert seit 2019 mit weißen Schienen. Nach Daten der DB beträgt der Kühleffekt sogar sieben bis acht Grad!

Das Fazit ist also klar: Weiß bleibt die Farbe der Zukunft 😉

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 5

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 5

Bisherige Folgen:

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 1

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 2

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 3

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 4

Mit der Jahresmitte 2021 und den Daten vom 1. Juli 2021 ist wieder ein guter Zeitpunkt gekommen, um die Entwicklung der Lademöglichkeiten in Deutschland zu beleuchten.

Die Juli-Statistik zeigt nach dem Durchhänger im April einen erfreulichen Anstieg seit Jahresbeginn, der auf einen sehr starken Februar und einen starken Juni zurückgeht: 8.550 mehr Ladepunkte (+ 26 Prozent), deutschlandweit. Die kombinierte Ladeleistung aller Ladepunkte liegt nun bei 1.182 MW, ein Plus von 29,7 Prozent gegenüber dem Jahresanfang.

Zum Vergleich: Die Anzahl der Elektroautos ist bis April 2021 um gewaltige 267 Prozent angestiegen. Kein Wunder, dass die private Ladeinfrastruktur mit dem Programm 440 (900 Euro Zuschuss pro privatem Ladepunkt) gefördert wird, um die Lücke zu füllen. 500 Millionen Euro (etwa 556.000 Wallboxen) sind bereits in dieses Programm geflossen, weitere 300 Millionen (etwa 333.000 Stück) kommen nun hinzu. Auch wenn die Wallboxen aufgrund der Lieferzeiten derzeit erst deutlich nach dem Förderantrag in Betrieb gehen: Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte liegt bei etwa einem Prozent (!) der im gleichen Zeitraum aufgebauten privaten Wallboxen. Das Förderprogramm ist also sehr erfolgreich, allerdings könnte man den Eindruck haben, dass der Zuschuss von 900 Euro tatsächlich höher ist als er zur Stimulierung des Ausbaus privater Lademöglichkeiten sein müsste.

Doch zurück zur öffentlichen Infrastruktur: Deutlich zugelegt haben die DC-Ladepunkte: Nach einem sehr schwachen Plus im ersten Quartal gab es allein im Juli einen Sprung um fast 950 Stück. Der Ausbau von Schnellladern entlang der Autobahnen, die mittlerweile jeweils zumindest vier Ladepunkte umfassen, ist also auch in den Zahlen erkennbar.

Ladesäulen in Wolfsburg

Die Steigerung ist größer als in früheren Monaten des Jahres und erweist sich als erfreulich Corona-resistent. Das Jahresziel von 50.000 bis zum Jahresende erscheint derzeit noch erreichbar, wenn der Ausbau so weitergeht (zumindest wenn man nur die Daten von 2021 heranzieht, siehe nächste Abbildung).

Entlastet der Ausbau privater Wallboxen also die öffentliche Ladeinfrastruktur? Ich würde diesen Effekt aus zwei Gründen für eher gering halten: Erstens sind Lademöglichkeiten außerhalb des eigenen Haushalts für längere Strecken unverzichtbar, und zweitens ist eine private Wallbox für viele auch mit Förderung einfach nicht möglich.

Der Bedarf wird im öffentlichen Raum weiterhin ansteigen, wenn es nicht im Handel und im Bereich der Arbeitgeber zu verstärktem Ausbau kommt.

Falschmeldung über Elektromobilität

Falschinformationen über Elektromobilität

Lange Zeit war LinkedIn ein professionelles englischsprachiges Netzwerk für den beruflichen Bereich (Link zu meinem Profil). Es ist seit 2003 in Betrieb, 2016 wurde es von Microsoft übernommen. Das wäre noch kein Problem, aber mittlerweile ist auch LinkedIn vom Phänomen der Falschinformationen über Elektromobilität in Sozialen Netzwerken betroffen.

Natürlich gibt es auf LinkedIn rege Diskussionen über die Elektromobilität und das ist vollkommen in Ordnung und nicht anders zu erwarten. Herbert Diess platziert beispielsweise seine Werbebotschaften, BASF macht für seine Batterie-Recycling-Anlagen Stimmung und Northvolt freut sich über neue Investments von Volkswagen. So mancher Kommentar ist aber auch durchaus kritisch und alle bekannten Nebelargumente gegen die Elektromobilität (Rohstoffe! Stromerzeugung! Recycling! Batterielebensdauer!) werden vorgebracht.

Das könnte man alles noch ignorieren, nicht jeder ist auf diesem Gebiet gut informiert.

Doch nun hat die Fehlinformation eine neue Dimension erreicht, LinkedIn ist auf dem Abstieg in Richtung Facebook unterwegs. Der anscheinend in den USA ansässige Benutzer Frank Licata, ein erklärter Trump-Anhänger, hat das folgende Bild auf LinkedIn gepostet:

„Elektoautos in Paris. Niemand möchte sie wegen der Kosten für eine Ersatzbatterie kaufen. Grüner Wahnsinn zerstört den Planeten.“

Natürlich könnte man dagegen halten, dass ein durchschnittlicher Verbrenner-Schrottplatz auch nicht anders und vor allem nicht besser aussieht. Man könnte auch erwähnen, dass die Fahrzeughersteller in Europa mittlerweile zur Rücknahme von Altautos verpflichtet sind, oder auch dass das Recycling von Automobilen einen bekannten Vorgang darstellt und die Recyclingquote in Europa zumindest 85 Gewichtsprozent betragen muss.

Doch um die Wahrheit geht es natürlich nicht.

Leser aus Paris kommentierten sehr rasch, dass es dort nirgends die im Hintergrund des Bildes sichtbaren Hügelketten gibt, die Aufnahme also unmöglich aus Paris stammen könne.

Wenn das noch nicht ausreicht: Schon mit mäßiger Vergrößerung ist das blaue Kennzeichen zu erkennen, das eindeutig aus China stammt und definitiv kein französischen EU-Kennzeichen ist.

Die Aufnahme wurde also ganz offensichtlich in China gemacht und zeigt vermutlich Verbrennerautos aus der Flotte eines gescheiterten chinesischen Unternehmens.

Trotzdem wird damit Stimmung gegen die Elektromobilität gemacht…

Wucher an der Ladesäule

Erfahrene Emobilist:innen kennen das Vergnügen, an einer Ladesäule den günstigsten Tarif als Kombination aus Strompreis, Startgebühr, Zeitanteil und möglichen Standkosten herauszufinden. Das ist schon in Deutschland nicht einfach, im Ausland sind die Unterschiede zwischen den Anbietern noch wesentlich größer, mitunter trifft man auch auf Wucher an der Ladesäule.

Wegen meines Aufenthalts in Wien musste ich diese Fragestellung konkret bearbeiten. Als Beispiel verwende ich Ladepunkte von Wien Energie (AC 11 kW). Zur Berechnung eines kompletten Ladevorgangs nehme ich eine Ladung von 40 kWh in vier Stunden an.

In der folgenden Tabelle habe ich die möglichen Kosten (Stand Juni 2021) zusammengefasst.

AnbieterTarifKosten pro kWhKosten pro Ladung
Wien Energie (Tanke App)2,90 EUR / Stunde (08:00-22:00)29 Cent11,60 EUR
Maingau Einfach Strom Laden0,38 EUR / kWh + Standzeitzuschlag ab vier Stunden38 Cent15,20 EUR
Shell Recharge0,174 EUR / Minute104 Cent41,76 EUR
ENBW+0,39 EUR / kWh + Standzeitzuschlag ab vier Stunden39 Cent15,60 EUR
Plugsurfing0,191 EUR / Minute115 Cent45,84 EUR
Entaga0,17 EUR / Minute102 Cent40,80 EUR
Nextcharge0,18 EUR / Minute108 Cent43,20 EUR

Der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot beträgt in diesem Beispiel knapp 300 %. Das erinnert deutlich an die Anfangszeiten der Mobiltelefonie. Vielleicht greift auch hier die EU irgendwann einmal mit einer Deckelung der Roaming-Aufschläge ein. Danach sieht es aber derzeit noch nicht aus.

Wer noch günstiger laden möchte, kann während der Nacht (22:00-8:00) um 0,70 EUR pro Stunde laden, bei 11 kW Leistung sind das konkurrenzlos günstige 6,3 Cent pro Kilowattstunde! Selbst die größte Batterie wird in Wien über Nacht zum Sonderpreis von 7 Euro in zehn Stunden voll.

Ebenfalls interessant: Bei Bezahlung direkt beim Betreiber Wien Energie fallen die geringsten Kosten an. Doch es ist Vorsicht angesagt: Das gilt nur für dieses Beispiel! Da der Preis nur zeitabhängig ist, würden die Stromkosten stark ansteigen, wenn man längere Zeit an der Ladesäule steht und weniger als 11 kW Ladeleistung abruft.

Und wird man wird möglicherweise vom Auftauchen einer größeren Baustelle hinter der Ladesäule überrascht…

Die plötzliche Baustelle

Dass man beim Laden im Ausland sehr genau aufpassen muss, zeigt dieses Beispiel: Über Plugsurfing wurde für eine Wien Energie-Ladesäulen der Preis von 11,48 Euro angezeigt, und zwar pro Minute! Der vierstündiger Ladevorgang aus dem Beispiel hätte damit schlanke 2.755 Euro gekostet, knapp 70 Euro pro Kilowattstunde. Auch das erinnert an die Anfänge der Mobiltelefonie und ist selbst für leidgeprüfte deutsche Stromkunden etwas zu viel des Guten.

Ladewucher in der Hyrtlgasse

Das wäre schon ein klassisches Beispiel für Sachwucher gewesen. Ob Plugsurfing diesen Wucher an der Ladesäule wirklich verrechnet hätte ist schwer zu beurteilen, vermutlich hätte man sich auf einen offensichtlichen Fehler berufen können. Aber wer weiß, ich bin froh, es nicht ausprobiert zu haben…

Zum Glück wurde der Preis mit dem Update für Juli 2021 auf 0,191 Euro pro Parkminute korrigiert. Plugsurfing ist damit nach wie vor das teuerste Angebot, man geht aber nicht mehr bankrott…

Wolfsburg – Wien – Velden – Wolfsburg elektrisch

Wolfsburg – Wien – Velden – Wolfsburg elektrisch

Tag 1: Wolfsburg – Wien

Nachdem durch die sommerliche Reduktion der Corona-Zahlen das Reisen zwischen Deutschland und Österreich ohne Quarantäneerfordernisse möglich wurde, plante ich einen längeren Rundkurs: Wolfsburg – Wien – Velden – Wolfsburg, rein elektrisch versteht sich.

Nach langer Zeit wollte ich meinen Sohn und Freunde in Kärnten besuchen. Das Fahrzeug würde das Tesla Model 3 LR aus 2020 sein.

Streckenplanung mit Google Maps
Quelle: Google Maps

Als erstes – und einziges – Hindernis stellte sich der Tesla-Routenplaner heraus, den ich ja schon an anderer Stelle behandelt habe. Nach wie vor kann er keine Zwischenziele verarbeiten und alternative Routen kann man ebenfalls nicht auswählen.

Hartnäckig bot er mit also die Strecke durch die Tschechische Republik an, die ich aber trotz der kürzeren Strecke nicht nehmen wollte. Allein die Komplikationen zweier Grenzübertritte hätte als Hinderungsgrund ausgereicht, aber die mäßig guten Straßen und die Lücke in der Autobahn waren ebenfalls nicht attraktiv.

Also musste ich zuerst eine Strecke zur Raststation Aistersheim in Österreich planen. Im Ladesäulenverzeichnis hatte ich dort eine Schnellladesäule mit 150 kW Maximalleistung von da emobil gefunden, die mit einem Minutentarif von 30 Cent über Shell Recharge auch noch sehr günstig angeboten wurde: Ein halbe Stunde Ladezeit würde lediglich 9 Euro kosten und das Model 3 sollte in dieser Zeit ordentlich Strom einsaugen können.

Die Maut für Österreich von EUR 9,50 für hatte ich bereits in Form der elektronischen Vignette bezahlt, Anhalten und Aufkleben würde sich somit erübrigen.

Google Maps hatte eine Fahrzeit von 9 Stunden und 6 Minuten berechnet. Abfahrt um 8:54 mit 100 Prozent im Akku, 22 Grad Außentemperatur, Reifendruck 2,9 Bar. Zum ersten Ladestopp ließ mich das Tesla-Navi um 10:45 in Nempitz nach 192 Kilometern bei 52 Prozent bzw. 244 Kilometern Restreichweite abfahren, für meinen Geschmack etwas zu früh.

Der Durchschnittsverbrauch lag zu diesem Zeitpunkt bei 17,2 kWh pro 100 km, die Temperatur bei 31 Grad. Einige Teslas hingen an den Steckern, auf den Ionity-Ladepunkten herrschte hingegen gähnende Leere. Der erste Ionity-Kunde war ausgerechnet ein Tesla Model 3, der sich aber nur testhalber ansteckte. Abfahrt 11:03!

Nach weiteren 240 Kilometern war um 13:12 in Wernberg-Köblitz der nächste Supercharger-Zwischenstopp. Dort war ich vorerst der einzige Ladekunde, bis sich zwei weitere Teslas einstellten. Auch dort bestand keine Nachfrage bei den Ionity-Säulen. Der Durchschnittsverbrauch bis dahin war auf 17,7 kW pro 100 km angestiegen.  Mittlerweile betrugt der Reifendruck 3,2 Bar.

Nach kurzem Stau an der Bundesgrenze dauerte es nicht mehr lange bis zur Raststätte Aistersheim. Die Ladesäule von da emobil in Orange war leicht zu finden und ließ sich mit Shell Recharge problemlos starten. In 21 Minuten verspeiste das Model 3 genau 42,78 kWh. Mit den erwarteten Kosten von EUR 6,30 ergab sich ein Preis von weniger als 15 Cent pro Kilowattstunde. Take that, Ionity! Und auch gegenüber dem Tesla-Supercharger weniger als der halbe Preis. Sehr empfehlenswert also! 

Nach dieser günstigen Zwischenladung war es kein Problem mehr, bis nach Wien zu fahren – Ankunft 18:50. Insgesamt dauerte die Fahrt für eine Strecke von 889,4 Kilometern knapp 10 Stunden. Der Gesamtverbrauch betrug 153 kWh, der Durchschnittsverbrauch von 17,1 kWh pro 100 Kilometer.

In Anbetracht von Unfall- und Grenzstau sowie einigen Baustellen finde ich das hervorragende Werte! Mit etwas Anstrengung und Auspressen der Batterie hätte ich vielleicht noch 20-30 Minuten herausholen können, aber ich wollte ja keine 900 km-Challenge fahren 😉

Mit dem Renault Zoe hatte ich übrigens etwa 19 Stunden für dieselbe Strecke gebraucht…

Tag 2: Wien – Velden

Velden wird nicht jedem geläufig sein, in Österreich ist der Ort allerdings durch das dortige Casino und seine Lage am schönen Wörthersee durchaus sehr bekannt. Ein langjähriger Freund hatte beschlossen, dort seine Zelte aufzuschlagen, obwohl er keinerlei Kärntnerische Wurzeln hat. Aus Wien würde ich einen weiteren Freund mitnehmen, der noch nie in einem Elektroauto mitgefahren war.

316 Kilometer lagen vor uns, eine eher kleine Etappe also. Eigentlich wollte ich durchfahren, hatte aber nur auf 86 Prozent geladen und das Tesla-Navi bot uns Kapfenberg als Zwischenhalt für eine 10 Minuten-Ladung an. Nachdem das Navi dort eine Tesla-Lounge anzeigte, war der Plan klar: Diese zehn Minuten wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Eine Fahrt im Alpengebiet bei strahlendem Sonnenschein ist an landschaftlichem Reiz kaum zu überbieten – schöner kann man nicht reisen. Erwartungsgemäß war mein elektrojungfräulicher Mitfahrer vom Fahrverhalten, der Beschleunigung („wie mein Motorrad!“) und dem problemlosen Laden des Model 3 beeindruckt. Mal sehen, was sein nächstes Auto sein wird…

Ankunft mit komfortablen 19 Prozent in der Batterie, auch wenn das Anzeigegerät des Autos in Velden einfach abstürzte und wir bis zum Neustart mit schwarzem Bildschirm einen kleinen Umweg fuhren, weil wir uns natürlich auf die Routenführung verlassen hatten. Das ist beim Model 3 nach wie vor ein zu häufiges Ereignis, zumal man dann keine Geschwindigkeitsanzeige und keine Einstellmöglichkeit für den Scheibenwischer mehr hat. Zum Glück war das Wetter sommerlich schön und langsames Fahren ist in Velden ohnehin eine gute Idee. Trotzdem: Komplettabsturz der einzigen Anzeigeeinheit während der Fahrt darf eigentlich nicht vorkommen.

Gleich nach der Ankunft kam das Auto an die Schuko-Steckdose – mehr als 22 Stunden bis 100 Prozent, dafür würde die Zeit absehbar nicht ganz ausreichen, denn am nächsten Tag stand am Vormittag die Rückfahrt auf dem Plan.

Tag 3: Velden – Wolfsburg

Vor dieser Strecke hatte ich noch EUR 12,50 für die Maut auf der Tauernautobahn bezahlt, um die automatischen Schranken nutzen zu können. Per Kennzeichenerkennung wird die Bezahlung der Maut geprüft und der Schranken öffnet sich dann einfach – fertig! Maut kann so einfach sein…

Ich hatte seit meiner Ankunft in Velden mit dem 2,8 kW-Schuko-Adapter von Tesla geladen, 433 Kilometer Reichweite versprach die Anzeige. Erster Ladestopp würde der Supercharger in Weyarn werden und auch dort würde es eine Tesla-Lounge geben. Abfahrt um 10:02.

Nach 295,2 Kilometern um 12:55 hatte ich den Supercharger Weyarn erreicht. Der Durchschnittsverbrauch lag bei sehr günstigen 15,3 kWh pro 100 km. Allerdings verlief die Strecke größtenteils bergab und war mit 100 km/h-Begrenzungen nur so gespickt – jeder Tunnel war tempobegrenzt und davon gab es auf der Strecke sehr viele. 50 Minuten sollte der Ladevorgang dauern, allerdings war ich etwas ungeduldig und fuhr bereits nach 40 Minuten los, da die Ladeleistung bei 86 Prozent Füllungsgrad bereits deutlich gefallen war.

Natürlich reagierte Tesla prompt und winkte mich nach weiteren 172 Kilometern zum Supercharger Hilpoltstein an die Boxen. Danach reichte der Batterieinhalt aber endgültig bis Wolfsburg, wo ich um 20:08 ankam.

Etwas über 10 Stunden finde ich auch für dieser Strecke eine tadellose und praxisgerechte Fahrzeit!

Fazit

Insgesamt betrug die gefahrene Strecke 2.236 Kilometer, für die ich 370 kWh verbraucht habe. Der Durchschnitt betrug 16,5 kWh pro 100 km und das finde ich einen sehr guten Wert. Bezüglich Geschwindigkeit war ich immer regelkonform unterwegs, der Tempomat stand maximal 5 km/h über dem jeweiligen Limit. In Deutschland auf der Autobahn fuhr ich größtenteils Richtgeschwindigkeit, in den unbegrenzten Abschnitten gelegentlich etwas schneller.

Kommen wir nun am Ende zu einem der Reizthemen der Elektromobilität: Den Kosten. Für viele ist die Elektromobilität ein Irrweg, so lange sie nicht billiger als ein Dieselauto ist. Ich bin da anderer Meinung, das E-Auto kann man nicht als reines Sparprogramm sehen, das wird der Sache nicht gerecht.

Egal, sehen wir uns zuerst die Rohdaten an.

StreckeStromkostenSonstige
Wolfsburg5,00 zu Hause geladen 
Wolfsburg – Wien7,77 Tesla-SUC
18,13 Tesla SUC
6,30 Shell Recharge
Maut 9,50
Wien36,26 Maingau 
Wien – Velden2,97 Tesla SUC 
VeldenKostenlos geladen 
Velden – Wien17,76 Tesla SUC
17,76 Tesla SUC
5,92 Tesla SUC
Maut 12,50
WolfsburgKostenlos geladen 
Summe117,8722,00

Die gesamten Stromkosten betrugen EUR 117,87 (31,9 Cent pro kWh im Durchschnitt) bzw. 5,27 Cent pro Kilometer, zuzüglich 22 Euro bzw. knapp 1 Cent pro Kilometer an Mautkosten. Der Wertverlust pro Kilometer betrug geschätzte 22 Cent.

Anekdote am Rande: Nach meiner Rückkehr konnte ich ein letztes Mal an der Flexiblen Ladesäule in Wolfsburg laden. Es sollte das letzte Mal gewesen sein…

Hätte ich diese Ladung an der heimischen Wallbox gemacht, wären noch etwa EUR 16,00 dazugekommen und die Stromkosten wären damit auf 6 Cent pro Kilometer angestiegen. Effektive Gesamtkosten: 29 Cent pro Kilometer, noch unter dem amtlichen Kilometergeld von 30 Cent.

Diese Zahlen finde ich vollkommen in Ordnung – kein anderes Verkehrsmittel wäre kostengünstiger gewesen 😉 und umweltfreundlicher wohl auch nicht!