Vor kurzem wollte ich wieder Wien besuchen. Normalerweise nehme ich die etwas bequemere, aber längere Route über Nürnberg und Passau. Diesmal plante ich die deutlich kürzere Route nach Wien über die Tschechische Republik.
Allerdings bin ich von Berlin gestartet. Das verkürzte den Weg zusätzlich: 6 Stunden 59 Minuten für 622 Kilometer gemäß ABRP, 6 Stunden 39 Minuten laut Google Maps.
Der Tesla-Routenplaner schlug zwei Supercharger auf der Route vor, in Lovosice und in Humpolec, wo ein ziemlich früh errichteter Supercharger und eine E.ON-Ladestation mit fünf Ladesäulen stehen. Diesen Standort hatte ich bereits 2018 besucht, damals mit dem Renault Zoe, also in der grauen Vorzeit der Elektromobilität 😉
Doch zuerst nach Lovosice: Abfahrt war um 7:41 Uhr und das Wetter zeigte sich elektrofreundlich: 17 Grad und schwacher Wind von hinten oder im schlechtesten Fall von der Seite.

Die erste Etappe dauerte 2 Stunden und 45 Minuten für 272 Kilometer. Der Verbrauch betrug 49 kWh oder 18,1 kWh pro 100 Kilometer. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 98,9 km/h, das Ergebnis der Einstellung des Tempomaten auf 120 km/h.

Der Supercharger Lovosice ist interessant, weil er eigentlich in einem Dorf liegt. Nicht genau im Zentrum, aber in dessen Nähe bei der dortigen Mondelez-Fabrik.

Erfreulicherweise gab es dort auch AC-Anschlüsse, die tatsächlich kostenlos waren. Das bemerkte ich allerdings erst auf dem Rückweg, als ich genügend Zeit zum Ausprobieren hatte.

Es gab auch eine Art Tesla-Lounge bzw. den Zugang einem Vorraum mit zwei Toiletten und zwei Automaten für Kaffee und Snacks. Skandalöserweise durften sie auch von der Kundschaft der neben dem Supercharger befindlichen Ionity-Lader benutzt werden 😉
Zwei Stunden später ging es durch Prag. Das Navi entschied sich für eine Route durch das Zentrum – eine schöne Strecke, aber durch Kopfsteinpflaster und dichten Verkehr ein wenig mühsam.
Nächster Stopp in Humpolec, nach nur 165 Kilometern und einer Stunde und 49 Minuten. 31 kWh waren verbraucht, 18,8 kWh pro 100 Kilometer.

Humpolec präsentierte sich vollkommen unverändert: Der Supercharger, die E.ON-Lader, die Tankstelle und die Sitzgruppe davor. Das hatte tatsächlich etwas Vertrautes und der Ladevorgang funktionierte problemlos. Mit den E.ON-Ladesäulen für den Zoe hatte ich seinerzeit deutlich mehr Mühe.
Nach weiteren 96 Kilometern in 55 Minuten und 14 verbrauchten Kilowattstunden rief die Arbeit, trotz des Urlaubstags. Es war ein geplanter Termin, also konnte ich an einer der Ladesäulen einer Autobahnraststätte parken und gleichzeitig einige Kilowattstunden nachladen.
Dabei fiel mir auf, dass praktisch jede Tankstelle entlang der Autobahn mit einem Triple-Charger ausgestattet war, egal wie klein oder heruntergekommen der Standort erschien. Hervorragend!

100 Kilometer weiter und 1 Stunde und 13 Minuten später konnte ich nicht umhin, einen biologischen Stopp einzulegen. Weitere 12 kWh (exakt 12,3 kWh auf 100 Kilometer) standen auf dem Zähler. Ein Teil dieser Etappe führte über eine Bundesstraße, was Verbrauch und Geschwindigkeit reduzierte. An der neuen Raststation Hochleithen war die Ladeausstattung recht großzügig: vier Ionity-Säulen mit Fundamenten für weitere zwei, ein Triple-Charger und ein Doppel-AC-Lader.
Mein Ladestand lag noch bei 48 Prozent. Schnelles Laden war somit überflüssig und AC-Laden reichte völlig aus.

Die letzte Etappe nach Wien war nur noch 47 Kilometer lang, dauerte 53 Minuten und erforderte 7 kWh oder 15,3 kWh pro 100 Kilometer.
Wie sah die Statistik der gesamten Fahrt aus?
- Strecke: 680 Kilometer
- Verbrauch: 113 Kilowattstunden
- Reisezeit: 7 Stunden und 59 Minuten
Dazu kamen allerdings noch 25 Minuten für den ersten Ladestopp und 35 Minuten für den zweiten, also eine zusätzliche Stunde. Das ergab eine gesamte Reisezeit von neun Stunden. Der Durchschnittsverbrauch betrug sehr gute 16,6 kWh pro 100 Kilometer, nicht viel mehr als der WLTP-Verbrauch des Fahrzeugs von 16,0 kWh.
Diese Zeit wäre jedoch mühelos zu unterbieten, wenn man nahe an der jeweils zulässigen Höchstgeschwindigkeit oder leicht darüber fahren würde. Doch dafür hatte ich es an diesem Tag schlichtweg nicht eilig genug.
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