Auf der eCarExpo gab es einen BYD Flash Charger auf dem BYD-Stand zu sehen. Das war eine hervorragende Gelegenheit, einen Blick auf die Hardware zu werfen.

Im Kern ist der Flash Charger ein CCS-Ladesystem mit verstärkter Kühlung, sodass die Spezifikation der CCS-Combo-Verbindung (bis 1.000 V, 500 A) erheblich überschritten werden kann.

Die Ladesäule von BYD kann bis zu 1.500 A – also rechnerisch bis zu 1.500 kW Ladeleistung – liefern, das 7,5-fache der ersten CCS-Combo-Spezifikation von 2013 von 200 kW. Später gab es die Erweiterung auf 500 kW. Mehrere Ladesäulentypen überschreiten diese Leistung mit aktiv gekühlten und temperaturüberwachten Steckverbindungen mittlerweile deutlich – auch der BYD Flash Charger.
In der Praxis liegen die Batteriespannungen der meisten Pkw mit 800-V-Systemen deutlich unter 1.000 Volt. Bei beispielsweise 800 V sind daher rechnerisch etwa 1.200 kW Spitzenladeleistung zu erwarten. Das ist immer noch ein beeindruckender Wert.
Der flüssigkeitsgekühlte Stecker von Phoenix Contact kann immerhin bis zu 1.000 A erreichen, wobei der Dauerstrom bei 800 A liegt. Das ergibt bis zu 800 kW Ladeleistung bzw. etwa 640 kW bei realen Batteriespannungen von 800-V-Systemen.

Gibt es Alternativen? Der Stecker des Megawatt Charging Systems (MCS) ist für bis zu 1.500 V und 3.000 A spezifiziert. Das ist weit oberhalb der CCS-Leistung. Allerdings ist der Stecker nicht kompatibel und für Pkw mit CCS-Anschluss nicht nutzbar.
Wird der BYD Flash Charger den Lademarkt deutlich verändern? Ich konnte mit einem BYD-Mitarbeiter sprechen, der das Ladesystem eher als Nischenprodukt eingeschätzt hat.
Das ist keine Überraschung: Es gibt nicht viele Fahrzeuge auf den Straßen, die eine derartig hohe Ladeleistung tatsächlich abrufen können und für eine Installation in großen Stückzahlen ist der Flash Charger wohl zu teuer. Das betrifft besonders die Kosten für die notwendige Anschlussleistung am Stromnetz und die leistungsabhängigen Netzentgelte. Die Betreiber müssen schließlich für die Spitzenlast zahlen. Deshalb kombinieren sie den Flash Charger typischerweise mit einem Pufferspeicher zur Spitzenglättung. Auch das kostet Geld.
Das erste in Deutschland erhältliche Auto, das von der Leistung des Flash Charging deutlich profitieren könnte, ist der Denza Z9 GT. Vom Hersteller wird eine Ladezeit von neun Minuten für 10 bis 97 Prozent angegeben. Übrigens: Denza ist die Premium-Marke von BYD.
Größere Ladeparks sollen nun durch einzelne Flash Charger ergänzt werden, um ein Angebot für sehr ladestarke Pkw zu schaffen. Aufgrund der mechanischen Konstruktion des Kabeltragsystems als fixe „T“-Form erscheint die Nutzung durch Lkw eher schwierig, obwohl die hohe Ladeleistung von Nutzfahrzeugen wesentlich häufiger genutzt werden könnte.
Die Technik beeindruckt. Ihr wirtschaftlicher Erfolg hängt auch vom Strompreis ab. Entscheidend ist zudem, wie viele Fahrzeuge die zusätzliche Ladeleistung nutzen. Dabei zählt, wie viel Ladezeit sie dadurch im Alltag wirklich sparen.
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