100.000 Kilometer im Tesla Model 3

Deutlich früher als erwartet ist es nun so weit: Ich bin 100.000 Kilometer im Tesla Model 3 gefahren! Zeit für eine Zwischenbilanz…

99.999 Kilometer im Model 3
Gerade waren es noch 99.999…

Angeschafft hatte ich das Auto im März 2020, aufgrund von Covid konnte es aber erst im April zugelassen werden. Seitdem sind knapp 32 Monate vergangen, was auf etwa 3.125 Kilometer pro Monat bzw. 37.500 Kilometer pro Jahr hinausläuft.

100.000 Kilometer im Model 3
Und plötzlich sind es 100.000!

Das liegt fast dreimal über den deutschen Durchschnitt von 13.700 pro Auto und Jahr, erklärt sich aber aus meinen vielen Langstreckenfahrten. Während den beiden Covid-Jahren war die Alleinnutzung des Autos von Firmenseite der empfohlene Reisemodus.

Für ein Elektroauto besonders relevant: Wie war der Durchschnittsverbrauch? Auf 100.000 Kilometern habe 17.713 kWh verbraucht, der Durchschnitt pro 100 Kilometern lag somit bei 17,7 kWh. Mit meinem hohen Autobahnanteil finde ich das einen sehr guten Wert, obwohl das Auto noch keine Wärmepumpe verbaut hat.

Die Stromkosten sind schwierig zu bestimmen, denn der bunte Mix aus kostenlosen Ladern (damals gab es das noch 😉), Superchargern (90 Ladevorgänge bisher), Aufladen zu Hause und bei Freunden, öffentlichen AC-Ladepunkten und Ladevorgängen in Garagen, die mal kostenlosen und mal teuren Strom verkaufen – und das alles bei stark schwankenden Strompreisen ist kaum mehr nachzuvollziehen. Jedenfalls habe ich die dafür notwendigen peniblen Aufzeichnungen nie gemacht und es würde Tage dauern, das alles mit den unterschiedlichen Apps und Ladestromanbietern nachzuvollziehen.

Obwohl es heute märchenhaft klingt, würde ich den durchschnittlichen kWh-Preis bei etwa 25 Cent ansetzen. Damit lagen die Energiekosten für 100.000 Kilometer bei rund 4.428 Euro oder 4,43 Euro pro 100 Kilometer.

Einen Reifenwechsel habe ich bisher vorgenommen und bin auf Ganzjahresreifen Michelin CrossClimate (mit Verbrauchsklasse C keine echten Sparmeister…) umgestiegen, die heute bei knapp unter 5 mm Profiltiefe angekommen sind. Meine frühere Befürchtung, dass das Model 3 ein Reifenfresser ist, kann ich definitiv nicht bestätigen. Vielleicht kommt es auch drauf an, welchen Fahrstil man an den Tag legt.

Im August 2022 gab es nach zwei Wochen Standzeit bei Sommerhitze scheußliche Geräusche aus der vorderen Aufhängung und die oberen Querlenker mussten ausgetauscht werden. Das ist ein bekanntes Problem und wird von Tesla im Normalfall kostenlos behoben. Weil das Auto allerdings mehr als 80.000 km auf der Uhr hatte, musste ich 201,19 Euro für die Teile bezahlen. Der Einbau war kostenlos – fand ich fair. Die unteren Querlenker waren zu diesem Zeitpunkt bereits auf Garantie kostenfrei ausgetauscht gewesen, das hatte ich mit ein paar Kleinigkeiten noch vor dem Garantieende erledigt.

Die letzte Garantiestufe (Batterie und Antriebseinheiten) läuft bei 192.000 Kilometern bzw. am 30. März 2028 ab. Bei meinem derzeitigen Fahrprofil wird es in weiten 30 Monaten so weit sein, also etwa im Juni 2025. Wir werden sehen!

Und dann kam 2022 auch noch die THG-Quote, die ich von den Betriebskosten abgezogen habe. Es wird 2023 zwar weniger Geld geben, aber jeder Betrag hilft klarerweise. KFZ-Steuern vielen ebenfalls keine an.

Hier die Kosten im Überblick:

PositionKosten (EUR) insgesamtKosten (EUR) pro 100 km
Energiekosten4.428,254,43
Satz Ganzjahresreifen mit Montage732,430,73
Bremsflüssigkeit, Luftfilter, Kleinkram595,770,60
Obere Querlenker201,190,20
THG-Quote-380,00-0,38
Summe5.577,645,58

Zusätzlich gab es noch ein paar Kleinigkeiten: Eine Frunk-Matte, ein 8 m-Ladekabel, ein Adapter für die blaue Dose, etwa 20 Autowäschen und diverse Mautgebühren in Tschechien, Österreich und Frankreich. Das sind aus meiner Sicht eher persönliche Vorlieben und Folgen der Routenwahl und nicht unbedingt Betriebskosten. Diese Kosten kann jeder nach eigenem Geschmack addieren.

Es gab keine jährliche oder kilometerabhängige Inspektionskosten, das ist Tesla-typisch. Wer keine Werkstätten betreibt, muss sie auch nicht füllen! Der Stand der Technik ist damit theoretisch und praktisch demonstriert. Wie viele Software-Updates ich in dieser Zeit erhalten habe, kann ich nicht genau sagen – so um die 25 Stück werden es gewesen sein.

Mit deutlich unter 6 Euro pro 100 km bin ich durchaus zufrieden. Ich wiederhole ständig, dass elektrisches Fahren kein Sparprogramm ist, trotzdem sind die Betriebskosten bisher angenehm niedrig.

Das Auto war stets zuverlässig und ist kein einziges Mal ausgefallen, leere Batterie ist ebenfalls nicht vorgekommen. Die größte negative Überraschung hatte ich, als die Hauptscheinwerfer nach einem Software-Update einfach ausgefallen sind… ein Reboot hat das Problem gelöst, auch Tesla ist nicht ohne Fehler.

Wie geht es der Batterie? Im Service-Mode wird sie als „healthy“ angezeigt, für die Reichweite bei voller Batterie errechnet das Auto aktuell 449 Kilometer (WLTP-Reichweite 560 km). In der Datenbank ev-database.org wird die „realistische Reichweite“ mit 455 Kilometern angegeben, also beinahe derselbe Wert. Eine real spürbare Degradation kann ich somit nicht feststellen, obwohl die oberen und unteren Puffer sicherlich geschrumpft sind. Das aktuelle Model 3 Long Range mit denselben Raddimensionen, leicht vergrößerter Batteriekapazität und Wärmepumpe hat übrigens eine WLTP-Reichweite von 626 km, ein Plus von 11,8 Prozent gegenüber meiner Version. Dieses Mehr an Reichweite geht mir allerdings nicht ab.

Was kaum einzuschätzen ist: Der Wertverlust. Abgesehen von diversen Macken am Auto, die bei dieser Laufleistung einfach nicht ausbleiben, ist das Auto nun aus der Garantie, was die Attraktivität am Gebrauchtmarkt nicht steigert. Allerdings schwanken die Fahrzeugpreise bei Tesla deutlich und das Gebrauchtangebot ist noch ziemlich klein.

Ich fahre das Auto einfach weiter und sehe mir an, was passiert. Es fühlt sich frisch an, die Fahrleistungen und die Reichweite sind nach wie vor sehr fein.

Bei Kilometerstand 200.000 wird wieder abgerechnet!

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