Zweiter Live-Besuch bei Antenne Brandenburg

Lohnt sich ein gebrauchtes Elektroauto? Wie lässt sich der Akku prüfen? Und funktioniert der Alltag auch ohne eigene Wallbox? Am 16. Oktober 2026 war ich zum zweiten Mal live bei rbb Antenne Brandenburg zu Gast. Nach meinem ersten Besuch im Juni standen diesmal gebrauchte Elektroautos im Mittelpunkt des Gesprächs mit Moderatorin Monique Ehmke.

Zum Nachhören: Mein Gespräch bei rbb Antenne Brandenburg vom 16. Oktober 2026

Monique Ehmke und Martin Guss im Studio der Antenne Brandenburg

Sind gebrauchte Elektroautos teuer? Das ist relativ: im Vergleich zu gleich alten Verbrennern, gemessen am eigenen Budget oder im Verhältnis zum früheren Neupreis? Ein großer Teil des Angebots besteht aus relativ jungen Fahrzeugen, die schon als Neuwagen höherpreisig waren.

Mittlerweile ist jedoch eine Reihe günstiger Fahrzeuge auf den Markt gekommen und ihr Erfolg zeigt, dass es die Nachfrage dafür gibt. Bis die heute neu eingeführten günstigen Modelle auch den unteren Gebrauchtwagenmarkt in größerer Stückzahl erreichen, werden allerdings noch einige Jahre vergehen.

Meine Vorhersage: Gebrauchte Elektroautos unter 5.000 Euro werden im regulären Händlergeschäft auch künftig selten bleiben. Der Händler muss Aufbereitung, mögliche Reparaturen und das Risiko der gesetzlichen Sachmängelhaftung in seinen Verkaufspreis einkalkulieren. Defekte an sicherheitsrelevanter Elektronik und verpflichtenden Assistenzsystemen können teure Reparaturen erforderlich machen und die Hauptuntersuchung gefährden. Es ist daher denkbar, dass Gebrauchtfahrzeuge höheren Alters in Märkte abfließen, die geringere Anforderungen haben.

Ein zentrales Thema war naturgemäß die Batterie. Als Käufer kann man ihren Zustand nicht einfach selbst erkennen – genauso wenig wie den inneren Zustand eines Verbrennungsmotors. Ein aktuelles, aussagekräftiges Batteriezertifikat hilft bei der Beurteilung, ist aber kein Persilschein.

Beim Preis lohnt sich der Blick über die Anschaffung hinaus. Wartung, Reparaturen und Stromkosten gehören ebenso in die Rechnung. Aus eigener Erfahrung konnte ich ein Beispiel beisteuern: Mein Elektroauto hat inzwischen 250.000 Kilometer zurückgelegt und fährt noch mit den ersten Bremsen. Ein günstiger gebrauchter Premiumwagen kann allerdings weiterhin hohe Ersatzteilkosten mitbringen.

Auch das Laden ohne Wallbox kam zur Sprache. Entscheidend ist, ob sich passende Lademöglichkeiten in den eigenen Alltag einfügen lassen: beim Arbeitgeber, beim Einkaufen oder beim Sport. Das sollte man vor dem Kauf konkret durchspielen, wenn man nicht zu Hause laden kann.

Wann sollte man also aufs Elektroauto umsteigen? Wenn die Entscheidung ansteht, am besten sofort. Heutige Neuwagen sind bis 2035 von der Kfz-Steuer befreit und viele Gebrauchtwagen sind noch mehrere Jahre steuerfrei. Derzeit gibt es zudem noch eine Neuwagenförderung. Bleibt der Mittelabfluss auf dem Niveau des Septembers, wäre der Fördertopf im Herbst 2027 ausgeschöpft. Und elektrisch zu fahren ist nicht nur ein Sparprogramm: Es ist leise, lokal abgasfrei und spart Energie.

Vielen Dank an Monique Ehmke, Karsten Steinmetz, Carolin Kuhn und das Team von Antenne Brandenburg für die erneute Einladung und an die Hörerinnen und Hörer für ihre Fragen!


„Umstieg aufs Elektroauto“ bei Stiftung Warentest Amazon Hugendubel Thalia


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