Volkswagen und die Energiewende

Volkswagen und die Energiewende

Die Elektromobilität als Teil der Elektrifizierung des Verkehrs ist naturgemäß ein Teil der Energiewende, das ist bereits bekannt. Was hat Volkswagen sonst mit der Energiewende zu tun?

Wenn man sich das Stammwerk in Wolfsburg ansieht: Sehr viel sogar!

Dort ist nämlich die VW Kraftwerk GmbH ansässig. Sie betreibt in ganz Deutschland mehrere Kraftwerke im Umfeld der VW-Werke. Außerdem gibt es ein Kraftwerk in Tschechien für den Standort Mladá Boleslav.

VW-Werk in Wolfsburg

Unter diesen Kraftwerken befindet sich auch ein Windkraftwerk in Salzgitter, das mit einer elektrischen Leistung von 12,8 MW allerdings ziemlich klein ist. Kein Wunder, es besteht lediglich aus vier Windturbinen. Aber immerhin!

Sehen wir uns die Kraftwerke in Wolfsburg an. Dort gibt es zwei Kraftwerke, nämlich das Kraftwerk West und das Kraftwerk Nord/Süd. Verwirrende Namensgebungen kann man Volkswagen also schon mal nicht vorwerfen.

Etwas problematischer ist der derzeit laufende Umstieg vom Brennstoff Steinkohle auf den Energieträger Erdgas, der derzeit bekanntlich von erheblichen politischen Unsicherheiten gekennzeichnet ist. Das Volkswagen-Werk in Wolfsburg wäre von einem verordneten Importstopp für russisches Erdgas vermutlich relativ rasch betroffen – wie viele andere Unternehmen in Deutschland auch.

Wie viele andere Unternehmen in Deutschland auch ist Volkswagen dem Lockruf des billigen Gases gefolgt, mit Unterstützung mehrerer Bundesregierungen. Das kann man Volkswagen speziell nicht unbedingt vorwerfen.

Anders liegt die Angelegenheit bei den Kraftwerken selbst. Das Kraftwerk West wurde als Kohlekraftwerk konzipiert und konnte in dieser Form bis zu 90 Tonnen Steinkohle pro Stunde verfeuern. Vermutlich bis Jahresende wird es auf Erdgas umgestellt sein. Die elektrische Leistung liegt bei 288 MW, die Wärmeleistung bei 266 MW. Das Verhältnis der Energieerzeugung beträgt 52 Prozent Strom und 48 Prozent Wärme. Durch die Nutzung der Abwärme für das Werk und das Fernwärmenetz für Wolfsburger Haushalte ist der Energienutzungsgrad ziemlich hoch – also eine gute Sache.

Sehen wir uns aber das Kraftwerk Nord/Süd an, das durch seine vier Schornsteine mit jeweils 125 Metern Höhe dem Werk und der Stadt Wolfsburg ein charakteristisches Wahrzeichen verleiht. Dieses Kraftwerk hat eine elektrische Leistung von 136 MW, jedoch eine Wärmeleistung von bis zu 755 MW. Zugegeben, die maximale Wärmeleistung wird nur bei strenger Winterkälte abgerufen, um die Wärmeversorgung von Werk und Stadt sicherzustellen. Trotzdem: Die reine Wärmeerzeugung ist die am wenigsten intelligente Nutzung fossiler Brennstoffe.

Besser wäre es, wenn mit dem Brennstoffeinsatz im Verhältnis genauso viel Strom erzeugt werden würde, wie im Kraftwerk West. Ähnlich schlecht ist die Situation beispielsweise im Heizkraftwerk Kassel: Eine elektrische Leistung von 76 MW steht einer Wärmeleistung von 313 MW gegenüber.

Sicherlich gibt es viele Sachzwänge, die zur derzeitigen Auslegung der Kraftwerke geführt haben. Trotzdem: Volkswagen und die Energiewende sind keine getrennten Themen und das Unternehmen könnte dabei noch einiges beitragen.

Weihnachtswünsche

So kurz vor Weihnachten sinniert man manchmal über die merkwürdigsten Dinge…

  • Weihnachtsgeschenke?
  • Vergangene elektrische Erlebnisse?
  • Jahresrückblicke?
  • Erreichtes und Dinge, die vielleicht noch in der Zukunft liegen?
  • Wünsche an die neue Bundesregierung?
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass der e-Up! vielleicht doch nochmal produziert wird?

In meinem Fall war es nichts von alledem. Mir ging es um das schönste Kennzeichen für ein E-Auto, das man in Deutschland bekommen kann. Immerhin hat Wolfsburg unlängst das zusätzliche Kürzel WBG beantragt, und zwar mit Hinweis auf die durch die E-Autos knapp werdenden Kennzeichen.

Nach einigem Suchen stellte sich für mich heraus: Der Landkreis Elbe-Ester scheint das Optimum zu sein, denn dort gibt es das Kennzeichen EE!

EE E 33 E
Mein elektrisches Wunschkennzeichen

In etwa 280 Kilometern Entfernung von Wolfsburg gibt es also das große Glück der E-Kennzeichen.

Könnte Wolfsburg anstelle des WBG das EE annektieren oder einfach mitbenutzen? Falls das nicht geht, wäre WEE eine Option, klingt aber im englischsprachigen Raum nicht so gut – es heißt nämlich „sehr klein“. Das kann niemand wollen!

EEW als Alternative ist besser, gilt aber als englisches Füllwort, so wie das deutsche „ähh“.

Mit einem spontaner Kurzumzug nach Bad Liebenwerda mit anschließender Rücksiedelung und Kennzeichenmitnahme könnte ich mein persönliches Lieblingskennzeichen nach Hause bringen.

Doch leider nein, vor Weihnachten schaffe ich das nicht mehr.

Was ich aber stattdessen vor Weihnachten noch schaffe: Euch allen schöne Feiertage und einen guten Rutsch zu wünschen und immer mehr als 3 Prozent im Akku!

Weihnachtskater

Supercharger Wolfsburg in Betrieb

Es ist noch nicht Samstag, aber es ist so weit: Der Supercharger Wolfsburg ist in Betrieb gegangen! Er heißt aber mittlerweile “Supercharger Lehre“.

Supercharger Wolfsburg in Betrieb

Elf von zwölf Ladepunkte sind in Betrieb, nur einer ist defekt. Das ist ein hervorragender Stand der Dinge für den Tag der Inbetriebnahme. Die Information ist so frisch, dass der Standort auf der Website von Tesla nach wie vor als „geplanter Standort“ geführt wird.

3 Megawatt Ladeleistung warten hier an der A2, ein paar hundert Kilowatt von Allego und den Burger King-Ladesäulen kommen noch hinzu, es sind also eher 4 Megawatt.

Eine große Lücke im Supercharger-Netz ist damit geschlossen und der Weg vom ersten Entdecken auf der Tesla-Website bis zur heutigen Aktivierung ist abgeschlossen. Ich bin sicher, dass sich der neue Supercharger großer Beliebtheit erfreuen wird!

Und die kann nur steigen, falls und wenn Tesla das Laden für alle ermöglicht…


Alle Posts zum Supercharger Wolfsburg:

Kurzstatus Supercharger Wolfsburg

Zufällig kam ich heute beim Supercharger Wolfsburg vorbei.

Im Tesla-Navi war der SuC nicht als aktiv gelistet, ich hatte keine großen Erwartungen. Und tatsächlich: Der Supercharger hatte ein hübsch gestyltes Schild bekommen, bestromt war er noch nicht.

Supercharger Wolfsburg

Ein einzelner Tesla war vermutlich mit großen Erwartungen angekommen, hing aber an der Allego-Säule. Die sind bereits seit mehr als einer Woche aktiv.

Die Ladesäulen beim Burger King waren ebenfalls noch nicht aktiv, sondern noch in Kunststoff verpackt. Dafür war das praktische Dach installiert, nur die Beleuchtung muss noch fertiggestellt werden.

Ladesäulen Burger King in Lehre

Also noch kein CHAdeMO in Lehre! Wer diesen Anschluss benötigt, muss sich nach wie vor in Braunschweig versorgen/

Status heute:

  • CCS: Ja (Allegeo)
  • Typ 2: Ja (Allego)
  • CHAdeMO: Nein
  • Supercharger: Nein

Abwarten, das wird alles noch!


Hier sind meine vorigen Posts zum Supercharger Wolfsburg:

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 6

Bisherige Folgen:



Letzte Woche erschien die neue Ladesäulenliste der Bundesnetzagentur, datiert mit 1. November 2021. Mit diesen Daten gibt es eine hervorragende Basis für die Hochrechnung zu Jahresende.

Die gute Nachricht: Der Ausbau hat sich leicht beschleunigt (3 Prozent Zuwachs anstatt 2,1 Prozent im Monat davor). Der Anschlusswert ist auf 1,3 GW gestiegen, ein Plus von 3,7 Prozent.

Wieviele Ladesäulen hat Deutschland?

Das bedeutet, dass der Anteil von Schnellladeanschlüssen in dieser zurückliegenden Periode relativ gesehen hoch war: Von den 1.346 zusätzlichen Ladepunkten waren 377 Stück DC-Ladepunkte. Durch die hohe Ladeleistung treiben sie den Anschlusswert wesentlich stärker hoch als zusätzliche AC-Ladepunkte. Diese sind nahezu durchwegs 22 kW-Anschlüsse, neue 43 kW-Ladepunkte finden sich kaum mehr. Für AC gilt mittlerweile: Öffentliche Ladepunkte haben maximal 22 kW, private Ladepunkte aufgrund des ausgelaufenen Förderprogramms 11 kW.

Nach wie vor sind keine Tesla-Ladepunkte in der Liste der Bundesnetzagentur aufgeführt. Ich nehme an, wenn es wirklich zu einer Netzöffnung in Deutschland kommt, dann werden die allgemein zugänglichen Ladepunkte auch bei der Bundesnetzagentur registriert werden. Das wäre ein guter Sprung vorwärts, den ich aber nicht mehr für 2021 erwarte. Um überhaupt noch in der nächsten Ausgabe im Dezember 2021 zu landen, müsste Tesla seine Ladesäulen in den nächsten drei Wochen registrieren – das finde ich unwahrscheinlich.

Kommen wir aber zur schlechten Nachricht: Der Ladesäulenausbau wird absehbar das Ziel des Masterplans Ladeinfrastruktur der Bundesregierung von 50.000 Ladepunkten zum Ende 2021 verfehlen, um etwa 2.500 Ladepunkte oder 5 Prozent.

Das alleine wäre in Zeiten von COVID-19 durchaus verständlich und entschuldbar. Das Problem allerdings: Im Masterplan ist im kommenden Jahr ein Zuwachs von 100.000 Ladepunkten vorgesehen! In den zurückliegenden 12 Monaten wurden jedoch nur 13.434 neue Ladepunkte in Betrieb genommen, es müsste 2022 also ein mehr als sieben Mal erhöhter Ausbau stattfinden.

Ist das denkbar? Ich würde sagen: eine derartige Steigerung ist praktisch ausgeschlossen.


Wolfsburg Special:

In den vergangenen drei Monaten hat es in der Statistik keine nennenswerten Veränderungen gegeben. Die zusätzlichen vier Schnelllader am fünften IONITY-Ladepark in Kästorf sind erst vor zwei Wochen in Betrieb gegangen und fehlen wohl deshalb noch in der Liste.


Bisherige Folgen:

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 1

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 2

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 3

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 4

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 5