Sie ist wieder da

Es ist Ende Februar. Nach vielen trüben Tagen ist sie wieder da: die Zeit der PV-Überschüsse und Windspitzen, die den stündlichen Börsenstrompreis (SMARD, Energy-Charts) in Richtung Null und manchmal auch darunter drücken.

Kostenloser Strom ist das natürlich noch nicht. Netzentgelte, Steuern und Abgaben kommen in jedem Fall dazu. Im Versorgungsgebiet der Braunschweiger Netz GmbH liegt der Aufschlag für Haushaltskunden im Niederspannungsnetz bei einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh bei 16,80 Cent pro kWh (brutto). Dazu kommt noch der Lieferantenaufschlag vom jeweiligen Stromanbieter und natürlich der Grundpreis und die Fixkosten für den Messstellenbetrieb von jährlich 82,13 Euro (brutto).

Der noch fehlende Abstand zum wirklich kostenlosen Strom ist deutlich. Aber das Jahr ist noch jung.

Einen reinen Arbeitspreis bei oder unter Null gab es 2026 bis gestern in Deutschland nur fünf Stunden lang – am 1. Januar 2026 von 9 bis 14 Uhr. Immerhin!

An diesem Wochenende Ende Februar von Freitag bis Sonntag dürften es aber bereits ganze 12 Stunden werden.

Sie ist wieder da: Die Zeit der negativen Börsenstrompreise.

Gemini schätzt, dass es in diesem Jahr etwa 750 bis 900 Stunden mit Börsenstrompreisen bei Null oder weniger geben wird. Das sind immerhin 10 Prozent des gesamten Jahres!

2023 waren es noch ca. 301 Stunden, 2025 bereits 573 Stunden.

Bei einer Ladeleistung von 11 kW kann die heimische Wallbox theoretisch bis zu 9,9 MWh kostenlosen Börsenstrom ins Auto liefern. Natürlich kommen die Netzentgelte noch dazu – siehe oben. Dennoch: Das wäre ausreichend Energie für 45.000 bis 50.000 Kilometer.

Am Sonntag bleibt noch Zeit und Gelegenheit zum netzdienlichen Laden des Elektroautos – falls der Strom nicht ohnehin von der eigenen PV-Anlage kommt 😉


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