Besuch bei PowerCo

Im Rahmen der Transfernale der TU Braunschweig konnte ich am 24.09.2026 die neue Fertigung der PowerCo in Salzgitter besuchen.

Es schien sich um ein seltenes Ereignis zu handeln, denn auch einige Mitarbeiter von Volkswagen waren mit dabei, die davor keine Möglichkeit zu einer Werkstour hatten – „wir müssen die Fertigung aufbauen, da bleibt keine Zeit für Führungen!“

Natürlich: Fotografieren verboten! Also kann ich meine Eindrücke nur in Textform schildern.

Nach der Begrüßung und Instruktion wurden wir per Bus zur neuen Halle gebracht, die hinter den bestehenden Gebäuden errichtet wurde. Die Endphasen eines Bauprojekts waren noch zu erkennen und einige Anlagenteile befanden sich noch im Abnahmebetrieb.

Dennoch: Das Werk hatte beeindruckende Dimensionen: Die Mischanlage für die Elektrodenpaste ist 8 Meter hoch. Nach dem Hochlauf der Fertigung sollen an drei Fertigungslinien insgesamt bis zu 60.000 Einheitszellen in NMC-Technik pro Tag entstehen. Die aktuelle Zellproduktion wird in die Batterien für den ID.Polo eingebaut.

Die Elektrodenpaste wird auf dünne Kupfer- und Aluminiumfolien aufgetragen, anschließend getrocknet und durch Walzen verdichtet. Danach werden die Elektroden mit einer elektrisch isolierenden Separatorfolie zu einem Zellstapel zusammengefügt und in das Aluminiumgehäuse der Einheitszelle eingesetzt. Die Anschlüsse werden anschließend mit den Kontaktflächen in den Zelldeckeln verschweißt. Das alles geschieht unter Reinraumbedingungen mit Überdruck in der gesamten Fertigungsstraße, um Schmutzpartikel fernzuhalten.

Die finalen Stationen, nämlich das „Fertigbacken“ zum Entfernen von Restfeuchtigkeit, das Befüllen mit dem Elektrolyt und das Formieren, konnten wir leider nicht besuchen.

Volkswagen Einheitszelle
Die Volkswagen-Einheitszelle (Quelle: Volkswagen AG)

Prof. Dr.-Ing. Arno Kwade, der Leiter des Instituts für Partikeltechnik an der TU Braunschweig und Gründer der Battery LabFactory, war ebenfalls mit dabei. Er ist für PowerCo ein Ansprechpartner aus der wissenschaftlichen Forschung. Spannend! Wir sprachen über die Trockenbeschichtung, die in der besichtigten Fertigung noch nicht eingesetzt wird. Nach den Erläuterungen während des Besuchs könnte sie den Energiebedarf der Zellfertigung um etwa ein Viertel senken.

Um eine Größenordnung zu geben: Die Energieeinsparung könnte bei etwas 300.000 kWh liegen – pro Tag.

Der Besuch endete mit interessanten Gesprächen bei einem feinen Buffet, natürlich mit VW-Currywurst.

Herzlichen Dank an die Veranstalter!


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