Über den neuen Supercharger Wolfsburg, der wirklich in Wolfsburg steht, habe ich bereits berichtet. Er wird mittlerweile rege benutzt. Nun gab es eine weitere Wolfsburger Premiere: Den ersten Ladevorgang eines E-Motorrads!

Es handelte sich um eine Harley Davidson LiveWire ONE in Liquid Black aus jener Zeit, als der Hersteller noch zu Harley Davidson gehörte. Inzwischen ist LiveWire ein eigenständiges Unternehmen – der Schriftzug „Harley Davidson“ ist Geschichte, dafür sind die Preise gesunken.
Das Bike leistet 75 kW, was für 177 km/h Höchstgeschwindigkeit reicht. Die Reichweite hält mit dem Tempo allerdings nicht Schritt: Die Batterie fasst 15,4 kWh, die Autobahnreichweite wird bei 88 km/h mit 174 km angegeben.
Bei deutlich höherem Tempo steigt der Energieverbrauch stark an; bei sehr zügiger Autobahnfahrt kann die Reichweite auf etwa 50 Kilometer schrumpfen. Für solche Fälle gibt es den CCS-Anschluss: 0 bis 100 Prozent in 60 Minuten. Kein Rekord, aber per Typ 2 dauert derselbe Ladevorgang elf Stunden.
Dass ein E-Bike kein typisches Pendlerfahrzeug ist, versteht sich. Das gilt für die allermeisten Motorräder mit Verbrennungsmotor auch.

Dieses Motorrad gehört unserem allseits geschätzten Stammtisch-Mitbegründer Oliver, der damit am Wochenende nach Berlin zum Silent Run gefahren ist. Das bedeutet eine Strecke von über 200 Kilometern, bei der Reichweite und Ladeleistung keine theoretischen Größen sind.
Die maximale Ladeleistung der LiveWire ONE liegt bei 20 bis 25 kW. Am Supercharger Wolfsburg erreichte das Motorrad immerhin 20 kW Ladeleistung in der Spitze beim Ladestand von 34 Prozent, bei warmem Wetter aber ohne Vorkonditionieren der Batterie.
Die Laderate fiel zwar rasch ab, aber die Ladedauer von 34 auf 100 Prozent in etwa 40 Minuten passte gut zu den Herstellerangaben.
Damit ist praktisch bewiesen: Motorräder laden problemlos am Tesla Supercharger, beste Kompatibilität auf beiden Seiten. Der für alle Fabrikate geöffnete Supercharger wird seinem Namen gerecht.

Schreibe einen Kommentar