Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 7

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 7

Bisherige Folgen:

Diese Woche erschien die neue Ladesäulenliste der Bundesnetzagentur, datiert mit 1. Januar 2022. So viel gleich vorweg: Es gibt einige Überraschungen!

Die erste Überraschung ist die geänderte Website, die übersichtlicher geworden ist und einen Extrahinweis auf die neue Ladesäulenverordnung (LSV) enthält. Das ist gut, auch wenn der Inhalt der neuen LSV ziemlich enttäuschen ist – doch das ist ein anderes Thema.

Die zweite Überraschung: Es sind tatsächlich knapp 50.000 Ladepunkte zum Jahresende 2021 geworden, exakt 49.971. Die fehlenden 29 Stück wird niemand ernsthaft kritisieren.

Dafür mussten aber offensichtlich Überstunden bis ins Jahr 2022 geschoben werden: Der Anstieg im letzten Datenpunkt ist überdeutlich. Ein einmaliges Plus von 8,9 Prozent in einem einzigen Monat, der aufgrund der Weihnachtsfeiertage ein eher kurzer Monat war.

Die Ladeleistung stieg um 10,4 Prozent. Damit ist der Einfluss von Schnell- und Ultraschnellladern auch in diesem Monat über dem Durchschnitt. Während etwa 3.500 neue AC-Ladepunkte entstanden, gab es 865 neue DC-Ladepunkte. Das bedeutet ungefähr eine Verdreifachung gegenüber den Vormonaten.

Doch wie bereits erwähnt: Diese Daten sind die Aufarbeitung von allem, was 2021 vielleicht noch liegen geblieben war. Der Anstieg reflektiert also eher die Abarbeitung durch die Bundesnetzagentur und weniger den Ausbau von Ladesäulen. Trotzdem war ich im November offensichtlich zu pessimistisch, doch aufgrund der Datenlage konnten man diese Jahresendrallye nicht erwarten.

Egal, man darf schon zufrieden sein, dass das Ziel im Masterplans Ladeinfrastruktur der Bundesregierung von 50.000 Ladepunkten doch noch erreicht wurde! Die Bundesnetzagentur publiziert nun auch ein Übersichtsbild über den Hochlauf, das jedoch aus unerklärlichen Gründen derzeit im Juli 2021 endet. Mittlerweile wurde sie von der Homepage der Bundesnetzagentur wieder entfernt.

Erwartungsgemäß hat Tesla seine Ladesäulen in Deutschland nicht geöffnet, sie finden sich daher nicht in der Statistik.

Die Ausbauziele für 2022 sind sehr ambitioniert, ich werde das weiter ansehen!

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Bisherige Folgen:

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 6

Bisherige Folgen:



Letzte Woche erschien die neue Ladesäulenliste der Bundesnetzagentur, datiert mit 1. November 2021. Mit diesen Daten gibt es eine hervorragende Basis für die Hochrechnung zu Jahresende.

Die gute Nachricht: Der Ausbau hat sich leicht beschleunigt (3 Prozent Zuwachs anstatt 2,1 Prozent im Monat davor). Der Anschlusswert ist auf 1,3 GW gestiegen, ein Plus von 3,7 Prozent.

Wieviele Ladesäulen hat Deutschland?

Das bedeutet, dass der Anteil von Schnellladeanschlüssen in dieser zurückliegenden Periode relativ gesehen hoch war: Von den 1.346 zusätzlichen Ladepunkten waren 377 Stück DC-Ladepunkte. Durch die hohe Ladeleistung treiben sie den Anschlusswert wesentlich stärker hoch als zusätzliche AC-Ladepunkte. Diese sind nahezu durchwegs 22 kW-Anschlüsse, neue 43 kW-Ladepunkte finden sich kaum mehr. Für AC gilt mittlerweile: Öffentliche Ladepunkte haben maximal 22 kW, private Ladepunkte aufgrund des ausgelaufenen Förderprogramms 11 kW.

Nach wie vor sind keine Tesla-Ladepunkte in der Liste der Bundesnetzagentur aufgeführt. Ich nehme an, wenn es wirklich zu einer Netzöffnung in Deutschland kommt, dann werden die allgemein zugänglichen Ladepunkte auch bei der Bundesnetzagentur registriert werden. Das wäre ein guter Sprung vorwärts, den ich aber nicht mehr für 2021 erwarte. Um überhaupt noch in der nächsten Ausgabe im Dezember 2021 zu landen, müsste Tesla seine Ladesäulen in den nächsten drei Wochen registrieren – das finde ich unwahrscheinlich.

Kommen wir aber zur schlechten Nachricht: Der Ladesäulenausbau wird absehbar das Ziel des Masterplans Ladeinfrastruktur der Bundesregierung von 50.000 Ladepunkten zum Ende 2021 verfehlen, um etwa 2.500 Ladepunkte oder 5 Prozent.

Das alleine wäre in Zeiten von COVID-19 durchaus verständlich und entschuldbar. Das Problem allerdings: Im Masterplan ist im kommenden Jahr ein Zuwachs von 100.000 Ladepunkten vorgesehen! In den zurückliegenden 12 Monaten wurden jedoch nur 13.434 neue Ladepunkte in Betrieb genommen, es müsste 2022 also ein mehr als sieben Mal erhöhter Ausbau stattfinden.

Ist das denkbar? Ich würde sagen: eine derartige Steigerung ist praktisch ausgeschlossen.


Wolfsburg Special:

In den vergangenen drei Monaten hat es in der Statistik keine nennenswerten Veränderungen gegeben. Die zusätzlichen vier Schnelllader am fünften IONITY-Ladepark in Kästorf sind erst vor zwei Wochen in Betrieb gegangen und fehlen wohl deshalb noch in der Liste.


Bisherige Folgen:

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 1

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 2

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 3

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 4

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 5

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 5

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 5

Bisherige Folgen:

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 1

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 2

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 3

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 4

Mit der Jahresmitte 2021 und den Daten vom 1. Juli 2021 ist wieder ein guter Zeitpunkt gekommen, um die Entwicklung der Lademöglichkeiten in Deutschland zu beleuchten.

Die Juli-Statistik zeigt nach dem Durchhänger im April einen erfreulichen Anstieg seit Jahresbeginn, der auf einen sehr starken Februar und einen starken Juni zurückgeht: 8.550 mehr Ladepunkte (+ 26 Prozent), deutschlandweit. Die kombinierte Ladeleistung aller Ladepunkte liegt nun bei 1.182 MW, ein Plus von 29,7 Prozent gegenüber dem Jahresanfang.

Zum Vergleich: Die Anzahl der Elektroautos ist bis April 2021 um gewaltige 267 Prozent angestiegen. Kein Wunder, dass die private Ladeinfrastruktur mit dem Programm 440 (900 Euro Zuschuss pro privatem Ladepunkt) gefördert wird, um die Lücke zu füllen. 500 Millionen Euro (etwa 556.000 Wallboxen) sind bereits in dieses Programm geflossen, weitere 300 Millionen (etwa 333.000 Stück) kommen nun hinzu. Auch wenn die Wallboxen aufgrund der Lieferzeiten derzeit erst deutlich nach dem Förderantrag in Betrieb gehen: Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte liegt bei etwa einem Prozent (!) der im gleichen Zeitraum aufgebauten privaten Wallboxen. Das Förderprogramm ist also sehr erfolgreich, allerdings könnte man den Eindruck haben, dass der Zuschuss von 900 Euro tatsächlich höher ist als er zur Stimulierung des Ausbaus privater Lademöglichkeiten sein müsste.

Doch zurück zur öffentlichen Infrastruktur: Deutlich zugelegt haben die DC-Ladepunkte: Nach einem sehr schwachen Plus im ersten Quartal gab es allein im Juli einen Sprung um fast 950 Stück. Der Ausbau von Schnellladern entlang der Autobahnen, die mittlerweile jeweils zumindest vier Ladepunkte umfassen, ist also auch in den Zahlen erkennbar.

Ladesäulen in Wolfsburg

Die Steigerung ist größer als in früheren Monaten des Jahres und erweist sich als erfreulich Corona-resistent. Das Jahresziel von 50.000 bis zum Jahresende erscheint derzeit noch erreichbar, wenn der Ausbau so weitergeht (zumindest wenn man nur die Daten von 2021 heranzieht, siehe nächste Abbildung).

Entlastet der Ausbau privater Wallboxen also die öffentliche Ladeinfrastruktur? Ich würde diesen Effekt aus zwei Gründen für eher gering halten: Erstens sind Lademöglichkeiten außerhalb des eigenen Haushalts für längere Strecken unverzichtbar, und zweitens ist eine private Wallbox für viele auch mit Förderung einfach nicht möglich.

Der Bedarf wird im öffentlichen Raum weiterhin ansteigen, wenn es nicht im Handel und im Bereich der Arbeitgeber zu verstärktem Ausbau kommt.

Ladepunkte in Wolfsburg

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 4

Vorgeschichte

Mit der Anzahl der Ladesäulen für Elektroautos in Deutschland hatte ich mich bereits im Juni 2020 beschäftigt und auch auf Goingelectric andiskutiert. User GrillSgt gab es den Hinweis, die Daten der Bundesnetzagentur als Autorität heranzuziehen. Ich bleibe weiterhin bei dieser Datenquelle.

Aktuelle Daten der Ladepunkte in Deutschland

Wie sehen die aktuellen Daten also aus?

Die Februar-Statistik zeigt einen erfreulichen Anstieg von Januar 2021 zu Februar 2021: 6,7 % mehr Ladepunkte, 9,8 % mehr Ladeleistung deutschlandweit. Die kombinierte Ladeleistung aller Ladepunkt hat mit 1.011 kW zum ersten Mal die Hürde von einem Gigawatt übersprungen.

Selbst wenn das eine sehr vereinfachte Rechnung ist: Bei einer Ladeleistung von 11 kW könnten mit dieser Ladeleistung über 93.000 Elektroautos gleichzeitig geladen werden. Selbst wenn ein Ladevorgang vier oder fünf Stunden dauern sollte, ist damit Raum für eine halbe Million Elektroautos, jeden Tag vollgeladen. Oder 1,2 Millionen Fahrzeugkilometer täglich. Oder ausreichend für mehr als 44 Milliarden Kilometer Fahrleistung pro Jahr.

Sehr markant zugelegt haben die DC-Ladepunkte: Nach einem sehr schwachen Plus im Januar 2021 von lediglich 102 Ladepunkten, gab es im Februar einen Sprung um 889 Stück – mehr als acht Mal mehr. Es könnte somit eine erhebliche Anzahl von Nachmeldungen enthalten sein. Wir werden in den März-Zahlen sehen können, ob diese hohe Steigerungsrate dauerhaft gehalten werden kann. Das wäre doch sehr schön!

Entwicklung der Ladesäulen und Ladepunkte in Deutschland seit Mai 2020
Entwicklung der Ladesäulen und Ladepunkte in Deutschland seit Mai 2020

Entwicklung der Ladepunkte in Deutschland

Die Steigerung der Anzahl der Ladesäulen für Elektroautos in Deutschland ist größer als in früheren Monaten, aber nach wie vor zu gering, um die 50.000 Ladepunkte mit Jahresende 2021 erreichen zu können, 46.500 ist die wahrscheinlichere Zahl.

Man könnte nun argumentieren, dass die geringeren Steigerungen 2020 die Extrapolation für 2021 negativ verzerren, also zu pessimistisch sind.

Kein Problem, sehen wir uns die Daten für 2021 an, die beiden Datenpunkte von Januar und Februar reichen zum Glück für eine Trendlinie aus.

Entwicklung der Ladesäulen und Ladepunkte für 2021
Entwicklung der Ladesäulen und Ladepunkte für 2021

Mit diesem Datenschnitt reicht die Steigerung aus, um sogar über 60.000 Ladepunkte im Dezember 2021 zu erreichen. Dafür müssen Zuwächse lediglich auf dem derzeitigen Niveau bleiben!

Für 2022 wird es jedoch nochmal deutlich schwieriger, denn bereits dann soll der jährliche Zuwachs zumindest 100.000 Ladepunkte ausmachen. Das wird nicht einfach, aber noch ist es möglich…

Wolfsburg Special

Zwei neue Ladepunkte wurden in Wolfsburg im Verzeichnis der Bundesnetzagentur eingetragen, aufgebaut vom Autohaus Koller, in der Wolfsburger Straße 22 in – erraten – Wolfsburg. Mehr Wolfsburg geht heute nicht mehr 😉

Was bisher geschah

Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 1
Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 2
Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 3


Wie viele Ladesäulen hat Deutschland? Teil 3

Vorgeschichte

Mit der Anzahl der Ladesäulen in Deutschland hatte ich mich bereits im Juni 2020 beschäftigt und auch auf Goingelectric andiskutiert und zwischendurch in Teil 2 aktualisiert.

Damals war ich optimistisch. Jetzt zu Jahresende können wir sehen, was erreicht wurde.

Aktuelle Daten

In den Daten vom 3.12.2020 (Datenauszug 37) der Bundesnetzagentur werden 33.249 Ladepunkte angegeben, das sind 1.137 (3,4 %) mehr als im Vormonat. Von Oktober auf November war der gemeldete Zuwachs nur schwache 454 Ladepunkte, der Ausbau geht jetzt zu Jahresende wieder etwas schneller voran.

Vergleichen wir diese Zahlen nun wieder mit dem Masterplan der Bundesregierung. Darin waren 50.000 öffentliche Ladepunkte bis Ende 2021 vorgesehen.

Grafik Entwicklung der Ladesäulen und Ladepunkte in Deutschland 2020
Entwicklung der Ladesäulen und Ladepunkte in 2020

Das Ergebnis: Der Trend ist eindeutig positiv, liegt aber ca. 10 % unter Plan. Während der Corona-Zeiten ist der Ausbau nicht signifikant zurückgegangen, das ist eindeutig positiv. Etwas mehr Anstrengung ist allerdings noch erforderlich! Ebenfalls zu bedenken: Im Jahr 2022 sollen laut Masterplan noch zusätzliche 100.000 Ladepunkte entstehen. Das ist kein Schreibfehler, tatsächlich enthält der Plan einhunderttausend mehr Ladepunkte innerhalb eines Jahres! Und weitere 100.000 in jedem Folgejahr, bis 2030. Das erscheint nach einem geplanten Zuwachs von etwa 15.000 Ladepunkten im Jahr 2021 als völlig unrealistisch. Eine Steigerung um beinahe das Siebenfache ist praktisch unmöglich.

Ist das der Grund für die recht hastig auf den Markt geworfene Förderung für private Ladepunkte?

Mit den derzeitigen Wachstumsraten bei den Zulassungszahlen von E-Autos wird die Ladeinfrastruktur zunehmend und spürbar zum Flaschenhals, der durch die Schnellladefähigkeit der neuen Modellgenerationen nur wenig entschärft wird.

Entwicklung in Wolfsburg

Von den in Wolfsburg gemeldeten 437 Ladepunkten werden 340 Stück von der VW Kraftwerk GmbH betrieben und sind in den Parkhäusern der Volkswagen AG installiert. Damit stehen sie für die allgemeine Öffentlichkeit nicht ernsthaft zur Verfügung. Aber für den Rest der Welt hat sich die Anzahl der Ladepunkte immerhin von 36 auf 97 fast verdreifacht, dank der 55 neuen Ladepunkte in der renovierten Rathausgarage.

Nahezu unverändert schwach ist das Angebot von einfachen AC-Ladern, die von Hybriden oder auch mal über Nacht genutzt werden könnten. Diese Fahrzeuge findet man zunehmend als Langzeitparker im Umfeld der flexiblen Ladesäulen. Freundlicherweise stehen die meisten dann so, dass sie die CCS-Anschlüsse nicht blockieren, aber es gibt leider auch Ausnahmen.

Ein weiteres Problem: Mit dem Ende von Alpiq am 31.12.2020 bietet nur noch eCharge einen Tarif ohne Zeitkomponente an, um in der Bahnhofsgarage am Hauptbahnhof über längere Zeit laden zu können. Ich hoffe, er bleibt uns erhalten, sonst wäre elektrisches Park & Ride mit der DB vollkommen gestorben.

Die Ladeszene ist also weiterhin in erheblicher Bewegung und jedes Angebot kann monatlich verschwinden oder anders ausgestaltet sein. Das fördert zwar die geistige Beweglichkeit, ist aber der Verbreitung der E-Mobilität eher hinderlich. Für echte Newcomer kann das schon ärgerlich sein.

Mein Lade-Weihnachtswunsch: Mehr Stabilität auf Anbieterseite und Aufholen des Rückstands bei den Ladesäulen!

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Wer mehr lesen möchte: „Das E-Dilemma und die Freude am Fahren