Dacia Spring – Fahrt in den Frühling

Einsteigen

Kürzlich konnte ich den Dacia Spring probefahren (danke an das Autohaus Härtel in Braunschweig!).

Wer ein vorkonfiguriertes Fahrzeug ordert, kann derzeit mit einem Monat Lieferzeit rechnen. Für ein E-Auto ist das beinahe rekordverdächtig schnell! Nachdem Volkswagen seine Elektro-Drillinge aufgegeben hat, ist der Spring neben dem Renault Twingo electric derzeit das einzige Angebot in der kleinsten Fahrzugklasse unter 20.000 Euro.

Natürlich steht er auch auf der BAFA-Liste.

Dacia Spring

Preisfrage

Derzeit ist das Auto um etwas über 13.000 Euro nach Abzug aller Prämien zu haben. Dass Dacia den Herstelleranteil der E-Auto-Förderung auf den Preis für Deutschland aufgeschlagen hat, war bereits Gegenstand einer Kontroverse, zeigt aber mehr das Problem der Gestaltung der Förderung für kleine Autos als ein Problem mit dem Fahrzeug selbst.

Dacia versucht es nun mit der Kombination aus billigem Antrieb, billiger Kiste und wegen der Größe etwas teurerer Batterie. Es wird also interessant, wie der Markt diese Kombination aufnehmen wird. Unter Berücksichtigung der Ausstattung ist der Preis insgesamt ok. Klimaanlage, Automatik, Rückfahrkamera und Navi kosten in den billigeren Klassen häufig heftige Aufpreise, falls es sie überhaupt zu kaufen gibt.

Also doch lieber ein gebrauchter Verbrenner aus der Golfklasse? Eigentlich nicht – weil Verbrenner.

Gebrauchter Stromer mit ähnlichen Eckdaten? Schwierig!

E-Autos in ähnlichen Formaten sind deutlich teurer: Der Twingo electric vom selben Hersteller liegt preislich etwa 2.000 Euro höher. Fiat 500e und Mini electric befinden sich in komplett anderen Umlaufbahnen, ebenso wie die größeren Modelle BMW i3, Peugeot 208e / Opel Corsa-E und Zoe.

Ja, die Luft ist leider dünn im unteren Preisbereich!

Sitzen und Fahren

Wie fährt sich also der Spring? Die Antwort ist: Erstaunlich gut. Ich habe mich  an meine automobile Jugendzeit erinnert gefühlt (Fiat Uno …). Dünne Türen, eine gefühllose Lenkung mit schwammiger Mittellage, elastische Federung, einfache Bedienungselemente und bescheidene Fahrleistungen waren vollkommen normal.

Dabei steht der Spring ziemlich optimal in der Lücke zwischen Renault Twizy und Renault Zoe und ist gegenüber dem Twingo trotz schwächeren Motors wegen der größeren Batterie und der CCS-Option das bessere Auto. AC-Laden gibt es leider nur einphasig mit bis zu 6,6 kW, das kann der Twingo mit 22 kW deutlich besser. Gut beim Spring: Er ist ein Nasenlader und das ist für mich einfach die praktischere Lösung.

Der Dacia Spring ist zweifellos viel bequemer und praxistauglicher als der Twizy und hat ganze vier Sitzplätze! Der Zoe fühlt sich im direkten Vergleich beinahe wie ein gepanzerter SUV an.

Das Auto fährt sich aber vollkommen korrekt und große Eingewöhnung ist nicht notwendig. Der mechanische Handbremshebel ist etwas retro, aber in dieser Fahrzeugklasse keine Überraschung. Das Fehlen einer Getriebebremse bzw. einer Parkstellung am Fahrtrichtungsdrehknopf finde ich persönlich als Alpenländer etwas beunruhigend. Parken auf Steigungen hat somit seine Grenzen. Einen Start/Stop-Knopf findet man auch noch und das Öffnen und Schließen des Fahrzeugs läuft über eine recht einfach gestaltete Fernbedienung.

Dafür bekommt man SOC und Reichweite gleichzeitig angezeigt. Das schaffen weder Volkswagen noch Tesla!

Die Fahrleistungen sind im Stadtverkehr akzeptabel und auch die Autobahn ist nicht allzu quälend. Allerdings war ich allein im Auto… mit vier Erwachsenen und vollem Kofferraum werden vermutlich bereits kleinere Anstiege zum Bergerlebnis. So gesehen ist es ein echtes Glück, dass vier Erwachsene eigentlich nicht ins Auto passen, sofern die Passagiere in der zweiten Reihe nicht eher kleinwüchsig sind und eine hohe Resistenz hinsichtlich Klaustrophobie mitbringen.

Wegen der undurchsichtigen Wand der Vordersitze, der nahen Türen und der generellen Beengtheit auf der hinteren Sitzbank war ich bei einer kurzen Sitzprobe deutlich näher am Gefühl der Beklemmung als in der Wohlfühlzone. Oder auch nur nahe der „das geht schon“-Zone.

Allerdings: Kleine Autos sind einfach so. Der Spring kann da keine Wunder bewirken.

Das Fahrwerk ist weich, aber scheint in Kombination mit der bescheidenen Antriebsleistung keine Probleme aufzuwerfen. Ich habe das nicht ans Limit getrieben, weder ABS noch ESP mussten eingreifen. Derlei Versuche überlasse ich gerne anderen…

Meine Strecke war eine Drittelmischung aus Stadtschleichfahrt, Landstraße und Autobahn. Die Temperatur lag bei 28 Grad und Sonnenschein, die Klimaanlage lief auf Lüfterstufe 2.

KilometerstandAnzeige ReichweiteAnzeige SOC
1.16417283 %
1.17515175 %
1.19912060 %

Ich bin insgesamt 35 Kilometer gefahren und dabei 52 Kilometer Reichweite bzw. 23 Prozent SOC verbraucht. Das entspricht einer Gesamtreichweite von 152 Kilometern. Der Verbrauch belief sich auf 12,1 kWh pro 100 km bzw. 121 Watt pro Kilometer.

Die ersten elf Kilometer – beinahe nur Autobahn – kosteten allerdings 8 Prozent SOC, was einem Verbrauch von knapp 20 kWh auf hundert Kilometern entspricht. Im Einsatz als Pendlerauto auf der Autobahn bringt der Spring eine Sommerreichweite im Bereich von 140 Kilometern. Im Winter würde ich dann mit etwa 100 Kilometern rechnen.

Geschwindigkeit kostet also ordentlich Strom, aber das wussten wir ja bereits. Die elektrisch korrekte Lösung für Reichweitenangst ist bekanntlich: Langsamer fahren!

Die Geräuschkulisse

Natürlich ist der Spring mit AVAS ausgerüstet, so muss es sein.

Unter 20 km/h mischt sich dessen Geräusch mit der deutlichen Akustik des Stromrichters und des Motors. Wegen der eher nicht vorhandenen Dämmung ist die Tonlage eher eindringlich.

Das Kompensieren mit der Soundanlage steigert den Lautstärkepegel, das ist vielleicht nicht jedem angenehm. Andererseits gewöhnt man sich vermutlich an den Geräuschhintergrund, aber das ist definitiv keine der Stärken des Spring.

Die Technik

33 kW Antriebsleistung klingt nach wenig und das ist es auch. Aber man ist nicht völlig notleidend unterwegs, auf Schnellstraßen und Autobahnen muss man den Kick-Down (zwei rote Power-Segmente im Display!) allerdings öfters bemühen.

Die Rekuperation ist mit der Bremse kombiniert, so wie es im Zoe realisiert ist. Das ist gerade für UmsteigerInnen und alle mit begrenztem Interesse an der Technik definitiv die beste Lösung: Es gibt keine zusätzlichen Bedienungselemente fürs elektrische Fahren. Reinsetzen und Losrollen! Genau so sollte das auch funktionieren.

Die Batterie ist mit 27,4 kWh deutlich größer als beim Twingo electric (22 kWh), aber kleiner als beim nicht mehr erhältlichen e-Up (32,3 kWh). Die versprochene Stadtreichweite ist mit 300 Kilometern relativ hoch und nur bei warmen Temperaturen halbwegs realistisch.

Aufladen funktioniert per AC und optional auch per CCS, in beiden Fällen aber mit bescheidenen Ladeleistungen (6,6 kW bei AC, ca. 30 kW mit CCS). Ohne aktives Thermomanagement ist mehr offenbar nicht realisierbar und bei kalter Batterie werden diese Werte vermutlich noch deutlich unterschritten werden.

Dacia Klimasgteuerung

Die Klimaanlage funktioniert sehr gut, die Heizung konnte ich allerdings nicht testen. Die kalte Jahreszeit sehe ich auch aus technischer Sicht als die größere Herausforderung:

  1. Es gibt keine Wärmepumpe für die Übergangszeit, um Energie zu sparen.
  2. Die Karosserie ist dünn und wenig isoliert.
  3. Die Antriebsbatterie hängt relativ ungeschützt unter dem Auto und hat kein aktives Thermomanagement.

Im Winter wird das absehbar zur Kombination aus hohem Verbrauch und Coldgating der Batterie führen und die Reichweite vermutlich stärker reduzieren als bei anderen Autos.

Vermutlich kann man die Batterie mit Autobahntempo und CCS-Laden im Sommer zum oberen Temperaturlimit bekommen. Der Spring ist nun nicht das typische Langstreckenauto, aber irgendjemand wird das nächsten Sommer sicherlich ausprobieren. Ich bin gespannt!

Ein weiteres – und für mich gravierenderes – Problem werden die Ergebnisse des NCAP-Crashtests sein: Mehr als einen Stern wird es vermutlich geben. Das muss jeder für sich bewerten, meine eigene Familie würde ich mit dem Spring trotz ESP, ABS und einiger Airbags aber nicht losschicken.

Laden und Laden

Die einfache Konstruktion und der günstige Preis bleiben erwartungsgemäß nicht ohne Auswirkungen. Aus den knapp kalkulierten Zielkosten wurde jedoch viel herausgeholt. Alles funktioniert und ist brauchbar, mit einer Ausnahme: Der Entriegelung der Ladeklappe.

Dacia Entriegelung

Sie liegt tief am unteren Rand des Armaturenbretts, gleich neben der Entriegelung der Motorhaube. Das ist nicht besonders bequem und Verwechslungen sind vorprogrammiert. Immerhin hat die Entriegelung der Ladeklappe eine fingerfreundliche Abrundung, so dass die Bedienung mit einiger Übung irgendwann auch ohne Hinsehen klappen könnte. Ein einfacher Seilzug ist klarerweise viel billiger als eine elektrische Entriegelung und so lernt man auch mal den Motorraum kennen, der vor allem eines ist: Ziemlich leer.

Trotzdem gibt es keinen Frunk, aber es ist abzusehen, dass die Bastelinitiative von Spring-BesitzerInnen zu diesbezüglichen Lösungen führen wird. Für die Unterbringung des Ladekabels wäre das tatsächlich praktisch und könnte die Bedienungsschwäche bei der Entriegelung in einen Vorteil verwandeln: Vor dem Ladevorgang kann man dann einfach beide Entriegelungen betätigen und hätte Kabel und Ladestecker in einem Aufwasch erledigt.

Dacia Reserverad

So könnte man den Kofferraum immerhin vom Ladekabel entlasten. Der ist recht brauchbar, aber nicht riesig. Die hintere Sitzbank kann nur im ganzen Stück umgelegt werden. Unter dem Kofferraumboden liegt tatsächlich ein vollwertiges Reserverad, ein Tribut an die Herkunft des Fahrzeugs (China) und die kleine 14 Zoll-Bereifung. Viele werden darauf verzichten und damit einiges an Stauraum hinzugewinnen können.

Fazit

Das Auto ist durchaus spaßig und definitiv gut fahrbar. Es ist also durchaus eine Überlegung wert, wenn das eigene Nutzungsprofil zum Auto passt.

Auf der Habenseite stehen brauchbare Reichweite, unkomplizierte Bedienung und die akzeptable Gesamtqualität. Derzeit ist auch die kurze Lieferzeit definitiv positiv.

Negativ würde ich die dünne Bauweise, die für deutsche Verhältnisse mäßigen Fahrleistungen, die Geräuschkulisse und das bescheidene Crashverhalten sehen.

Für die mögliche Zielgruppe der jungen FahranfängerInnen ist die Marke Dacia aber wohl zu nahe am sozialen Tod gebaut. Die Welt ist leider oberflächlich und von Insta-Bildern, TikTok-Clips und Auftritten in Rapper-Videos ist das Auto einfach zu weit entfernt.

Ich persönlich finde das Auto gut, es füllt eine offensichtliche Lücke auf dem Automarkt. Ich würde es durchaus für mich in Erwägung ziehen, wenn ich hauptsächlich im Umfeld einer Großstadt fahren würde.

Mit dem Dacia Spring ist es wie so oft im Leben: Jeder muss für sich selbst entscheiden!

Die BAFA-Liste im September 2021

Die BAFA-Liste im September 2021

Am 3.9.2021 wurde die neue BAFA-Liste förderfähiger Elektrofahrzeuge veröffentlicht. Die Bezeichnung ist ein wenig irreführend. Denn es stehen auch drei Wasserstoffautos auf der Liste, die nur im weiteren Sinn Elektrofahrzeuge sind. Eigentlich ist es nur ein einziges Auto, aber der Toyota Mirai steht in drei unterschiedlichen Versionen in der Liste. Zumindest stehen es dieses Jahr nicht mehr Wasserstoffautos auf der Liste.

Über die billigsten Autos auf der BAFA-Liste habe ich bereits im April 2021 geschrieben, ebenso über einige überraschende Einträge. Seitdem hat es nur kleine Veränderungen gegeben. Damals konnte man keines der drei billigsten Autos auf der Liste bei einem Händler kaufen.

Suda und Dacia

Das hat sich nicht verändert. Doch immerhin steht Platz 7 der billigsten Elektroautos, der Dacia Spring, bereits beim Händler und kann erworben werden. Allerdings nicht in der kostengünstigsten Fassung als „Spring Comfort“, sondern als etwas teurer „Spring Business“ oder „Spring Comfort Plus“. Nach Händlerauskunft liegt die Lieferzeit bei vorkonfigurierten Fahrzeugen bei nur vier Wochen – Lagerware also. Das ist ein wohltuender Unterschied zu den häufig extremen Lieferzeiten bei Neufahrzeugen.

Nr.HerstellerModellBAFA-
Nettolistenpreis 
(EUR)
474Peugeoti-On, Active15.000,00
476PeugeotPartner Electric Kastenwagen L1 (mit Batteriemiete)15.690,00
595SUDASA0116.370,69
35CitroënC-ZERO Modell 201716.638,66
472Peugeoti-On Modell 201716.638,66
478PeugeotPartner Electric Kastenwagen L2 (mit Batteriemiete)16.740,00
108DaciaSpring Comfort17.218,49
551SEATMii electric17.352,94
552SEATMii electric MJ2117.415,97
556ŠkodaCITIGOe iV Ambition17.605,04

Die anderen acht Plätze werden von Karteileichen belegt, diese Autos gibt es nicht mehr zu kaufen.

Im April 2021 startete ich also eine Anfrage bei der BAFA, auf welchem Weg Fahrzeuge von der Liste gestrichen werden oder ob die Liste endlos wachsen wird. Bis heute habe ich keine Antwort erhalten. Nun ja, die BAFA ist sicherlich hoch ausgelastet!

Die Liste für reine Elektrofahrzeuge ist mittlerweile von 539 Einträgen im März 2021 auf heute 650 Einträge angeschwollen, ein Plus von 111 Einträgen oder knapp 21 Prozent in sechs Monaten.

Es bleibt also leider dabei: Die zehn billigsten Autos auf der BAFA-Liste kann man bei keinem Händler kaufen…

Baufeld Supercharger Wolfsburg in Lehre

Neues vom Supercharger Wolfsburg

Endlich hat der Bau tatsächlich begonnen: Der Supercharger Wolfsburg wird Realität.

Auch bei goingelectric.de ist er bereits als „Autohof Lehre“ eingetragen, obwohl er bei Tesla als „Supercharger Wolfsburg“ bezeichnet wird.

30 Ladepunkte in V3 mit 250 kW Spitzenleistung sollen es werden, damit wäre es einer der größten Supercharger-Installationen in Deutschland. Das wären bei Vollauslastung insgesamt 7,5 Megawatt, also Millionen Watt.

Das klingt nach sehr viel, ist es aber im Grunde nicht: Lediglich zwei Lokomotiven der Deutschen Bahn ziehen bei Vollauslastung annähernd ähnlich viel Leistung aus dem Fahrdraht. Im Bestand der DB für Personen- und Güterverkehr sind übrigens 2.830 E-Loks (Stand 2020).

Außerdem ist es extrem unwahrscheinlich, dass alle Ladepunkte exakt in Volllast laufen. Dafür sind die Ladekurven der Tesla-Modell zu wenig konstant. Ab einer gewissen Maximalbelastung des gesamten Standorts wird möglicherweise auch die Spitze abgeregelt. Die Kunden würden davon ohnehin nichts bemerken.

Baufeld Tesla-Supercharger Lehre

Das Baufeld befindet sich direkt hinter dem derzeitigen Triple-Charger links von der großen Shell-Tankstelle. Nach wie vor wird die Verfügbarkeit des Superchargers von Tesla für Q3 2021 angekündigt. Das wird sportlich, das dritte Quartal endet bereits in 18 Tagen.

Macht nichts. Wenn dieser Supercharger in Q4 fertiggestellt wird, ist das auch vollkommen in Ordnung und wird die Ladeinfrastruktur in Braunschweig und Umgebung deutlich vorwärts bringen – derzeit nur für Fahrzeuge von Tesla allerdings.

Übrigens: Die neben dem Burger King bereits aufgebauten Fundamente dürften zumindest eine einzige Schnelladesäule werden. Burger King plant 1.000 Ladestationen in Deutschland, die auch Dächer erhalten. Das erklärt die unterschiedlich großen Fundamente.

Mehr Auswahl ist jedenfalls eine gute Sache!


Alle Posts zum Supercharger Wolfsburg:

Was sagt Herbert Diess?

Der Anlass

Heute gab es auf LinkedIn eine schöne Diskussionsrunde mit Herbert Diess und weiteren Teilnehmern. Was sagt Herbert Diess?

Herbert Diess von Volkswagen
Quelle: Volkswagen

Geschwindigkeit

Es gibt niemanden, der schneller als Volkswagen bei der Transformation zur Elektromobilität ist.

Bestenfalls gibt es Firmen, die noch nie im Verbrennergeschäft waren.

Kohleausstieg

Das sollte viel schneller passieren, ein einziges Kraftwerk sind 480.000 Elektroautos.

Man hätte zuerst aus Kohle aussteigen sollen und dann erst aus Atomenergie.

Es ist sehr schlecht, Kohle zu verbrennen.

Autobesitz

Das private Auto wird es noch lange geben. Carsharing-Firmen haben auch sehr große Probleme, Geld zu verdienen.

Uber muss seine Kunden immer noch bezahlen.

Wasserstoff

Wasserstoff hat im Auto nichts verloren. Das ist etwas für Schiffe und Flugzeuge, aber nichts fürs Auto.

Dafür ist es einfach zu ineffizient.

Bitcoin

Da kenne ich mich nicht aus, dafür bin ich zu viel Techniker.

Auf jeden Fall ist die Spekulation nichts für Volkswagen.

Die Currywurst

Es gibt viel Potenzial in der Kantinenesskultur, die soll auch zur Motivation beitragen.

Die vegane Currywurst gibt es in einem von neun Betriebsrestaurants in Wolfsburg.

Ich finde das nun nicht besonders interessant.

LinkedIn

Ich würde nicht sagen, dass ich den Konzern über LinkedIn steuere, aber es liefert einen Beitrag.

Nach Watzlawik: Es kommt auch drauf an, was man nicht sagt.

Man kann schon steuernd eingreifen und sagen, was wichtig ist. Die Mitarbeiter sehen auch, was dem Chef wichtig ist.

Es ist auch ein Fortschritt gegenüber früher, das Feedback kommt sofort. 10 bis 15 Prozent der Follower sind Mitarbeiter und ich nutze das auch, wie das ankommt und was ich vielleicht vergessen habe.

Es ist ein kommunikatives Medium, aber auch ein Management-Tool.

Neuer Namen für Volkswagen

Ich fand das nicht so gut, das war nicht positiv. Ich bin grundsätzlich gegen Aprilscherze.

Bei einem Aprilscherz gibt es immer viele Verlierer, ich finde das als Werbemittel eigentlich nicht probat. Die amerikanische Öffentlichkeit hat das nicht goutiert.

Über die Börsenbewertung

Heute wird die Gegenwart nicht mehr bewertet, es wird nur noch die Zukunft bewertet.

Wie ist es mit der Elektromobilität, sind wir sicher in der Software?

Man muss auch die Mitarbeiter mitnehmen. Die Investition von Milliardenbeträgen in die Elektromobilität war eine schwierige Kommunikationsaufgabe.

Über Politik

Die Politik geht sehr angstbetont mit dem Thema um, man scheut die richtigen Maßnahmen.

Es braucht politische Willenskraft. Die Politik hat Angst vor einer leichten Benzinpreiserhöhung.

Wir verteilen immer noch Geld an Kohlesubvention. Wir haben ein Dieselprivileg. Das Flugbenzin ist wenig besteuert.

Das Elektrofahrzeug ist wettbewerbsfähig, aber bei einem Dieselpreis von 90 Cent ist es schwierig.

Wir sind ganz klar für eine CO2-Steuer von 100 Euro.

Die Schweden haben nur die Hälfte von unserem CO2-Footprint. Die sind schon lange raus aus der Kohle. Die CO2-Steuer liegt bei 200 Euro. Man nimmt mehr Holz und weniger Zement. Leben die Schweden anders? Nein. Hat die schwedische Wirtschaft Nachteile? Nein, es ist eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaften in Europa.

Wir rechnen, dass wir für 100 Euro das CO2 aus der Luft entnehmen können. Bei uns ist das nicht gern politisch diskutiert, aber für viele Prozesse ist das die einzige Lösung, zum Beispiel für das Fliegen oder die Stahlindustrie.

Die CO2-Steuer ist auch ein verschwindend kleiner Betrag. Wir stellen gerade unser Kraftwerk von Kohle auf Gas um und da zahlen wir gerade 14 Euro pro Tonne CO2, das ist verschwindend wenig.

Über Parteien

Die Programme sind gar nicht so unterschiedlich. Alle Parteien haben den Klimawandel in ihr Programm aufgenommen.

Über Strategie

Unsere Strategie ist Klimawandel, unsere Strategie ist Elektromobilität.

Die Leute fahren nicht, was wir verkaufen, sondern was reguliert wird.

Über den 911er

Den wird man in 2030 wohl noch kaufen können.

Die Elektrifizierung wird nach Regionen sehr unterschiedlich ablaufen. In Lateinamerika wird Elektrifizierung kaum eine Rolle spielen, dort ist Ethanol wesentlich umweltfreundlicher.

Elektromobilität muss man stark an die Stromerzeugung koppeln. Schweden, Österreich, Schweiz und auch Spanien sind da viel weiter. Bei Polen muss man noch langsamer sein.

Ionity

Ionity muss ich ein bisschen rehabilitieren, ich war ein bisschen ungerecht. Sie haben eine 4,5 Sterne-Bewertung von fünf.

Der Ausbau geht nur etwas langsam.

Was mich erzürnt hat war, dass dieselbe Station sich in einem Jahr nicht verbessert hat.

Mit ENEL und Iberdrola bauen wir noch weiter aus. Und es geht uns um ein Premium-Ladeerlebnis.

Laden geht aber mittlerweile auch wirklich schnell. Auch eine Viertelstunde kann man so gestalten, dass man gut behandelt wird. Da sind noch große Investitionen notwendig.

Das elektrische Laden ist bei Shell angeblich schon profitabler als Sprit zu verkaufen. Da ist sehr viel im Schwange.

Wenn das Laden funktioniert, wird das elektrische Fahren kein Problem. Und wenn er Nachbar elektrisch fährt, dann wird es nicht wie ein Problem aussehen.

Norwegen

Norwegen hat das mit Regulierung gemacht, mit hohen Steuern und hohen Incentives und günstigem Strom.

Aber Norwegen ist ein gutes Beispiel, es funktioniert mit 70 Prozent Elektroautos und die Volkswirtschaft funktioniert.