… schon in Polen

Vor zwei Jahren wäre es kaum denkbar gewesen: Polen elektrisch zu bereisen.

Zu dünn gesät waren die Lademöglichkeiten. Zu unklar war die Aktivierungsmöglichkeit. Selbst für Tesla-Fahrer war (und ist) die Lage trist, lediglich drei Supercharger, alle davon in der polnischen Westhälfte, keiner davon in der Umgebung der Hauptstadt Warschau.

Wo bleiben die Bewohner und Besucher so einprägsamer Städte wie Lodz (wir denken an Theo) , Bialystock (wir denken an den gleichnamigen Max, der arroganten aber gegenüber älteren Damen ausnehmend liebenswürdigen Hauptfigur im Musical „The Producers“) und Lublin (wir denken an ein zwielichtiges Ehepaar aus Stephen Kings „Carrie“)? 

Einfach unterversorgt! Doch mittlerweile kann man Hoffnung schöpfen: Lademöglichkeiten beginnen sich langsam auszubreiten. Ein on Greenway betriebener und mit EU-Fördermitteln mitfinanzierter ABB-Triplecharger findet sich auf immer mehr Parkplätzen von Shopping-Centern. Lublin hat sich mit ganzen 13 Ladepunkten vom Namensgeber fragwürdiger Filmfiguren beinahe zum polnischen Mekka für Stromfahrer entwickelt.

Damit ist der Sprung ist die gar nicht so schlecht ausgestattete Ukraine, nach Weißrussland und in die baltischen Staaten durchaus möglich. Das heißt nicht, dass eine Autofahrt von Wolfsburg nach Riga angenehm wäre, das sind immerhin fast 1.450 Straßenkilometer.

Der sehr vielseitige Routenplaner abetterroutplanner.com kommt für meinem Renault ZOE R90 auf etwa 28 Stunden und immerhin auf 18,5 Stunden mit einem Tesla Model 3 in der Ausführung der maximalen Reichweite. Mit den derzeit bekannten Daten des VW ID. 3 wären es etwa 20 Stunden. Ist der nun um 1,5 Stunden – 8 Prozent – schlechter als das Model 3, aber zu einem deutlich geringeren Preis? Wir werden sehen. Unabhängig davon: Dass so ein Trip überhaupt elektrisch möglich sein könnte, ist definitiv ein Fortschritt für die Elektromobilität.