ZOE on Tour

Aus der Abteilung Platz ist in der kleinsten Hütte

Die Elektromobilität ist reich an Geschichten und Überraschungen.

Dennoch habe ich eines nicht erwartet: Den Renault ZOE als Taxi zu sehen, und zwar in Schweden. Die Bevorzugung umweltfreundlicher Fahrzeuge ist dort im Fortschreiten begriffen, obwohl die schwedische Regierung bei der Förderung von umweltfreundlichen Autos (miljöbilar) einen nervigen Schlingerkurs fährt: In manchen Monaten gibt es Fördermittel und in manchen Monaten nicht, weil der Fördertopf gerade leer wurde und die Regierung nicht rechtzeitig nachgelegt hat.

Das macht die Bafa-Förderung vergleichsweise erfreulich, denn sie wurde nunmehr nicht nur bis 2025 verlängert, sondern wird auch ab 2021 erhöht. Oder doch schon ab 2020?

Nun gut, das wird unmittelbar zu einem Zulassungsknick bei Elektroautos und Hybriden führen, weil das kaufende Publikum die Anschaffung aufs Folgejahr verschieben wird, um in den Genuss einer höheren Förderung zu kommen. Schade! Das hätte man besser und vor allem schneller umsetzen können.

Vielleicht hatte auch VW die Hand im Spiel, die für die bereits reservierten 30.000 Autos vom Typ ID.3 keinen höheren Herstellerbeitrag mitbringen wollten, denn das hätte durchaus 30 bis 40 Millionen kosten können. Und rechnen können die Damen und Herren von Volkswagen definitiv!

Egal: Ich freue mich über den ZOE als Taxi, vor allem, weil ich das nicht wirklich für möglich gehalten habe: Der Kofferraum ist nicht riesig und auf den hinteren Plätzen ist das Platzangebot erträglich, aber nicht überbordend. Sicher: Im Taxi verbringt man nicht allzu viel Zeit, aber eine Fahrt zu dritt oder viert mit leichtem Gepäck vom Flughafen in die Stadt ist eher nicht vorstellbar.

Andererseits: In meinem ZOE hatte ich bereits vier Mitfahrer mit ebendiesem leichten Gepäck untergebracht und es waren immerhin zwei Italiener und zwei Schweden im Wickingerformat an Bord. Das hat auch funktioniert!

1:0 für den ZOE…