Advent, Advent…

Aus der Abteilung Überwachungsstart

In der Umgebung Wolfsburgs sehen die Weihnachtsbäume dieses Jahr ganz besonders interessant aus. Elegant sind sie, hochgewachsen und allesamt sehr gerade. Lediglich besonders grün sind sie nicht.

Die Rede ist von der rätselhaften Reihe an Aluminium-Masten mit ihren Gondeln an der Spitze. Sie sehen wie die Kulisse aus einer futuristischen Version von 1984 aus. Und tatsächlich, es ist eine Installation, die auf das massenhafte Sammeln von Daten auf der Autobahn ausgelegt ist, betrieben vom DLR, finanziert vom Steuerzahler und der Industrie, inklusive der Volkswagen AG.

Erklärtes Ziel ist es, die Technologie des autonomen Fahrens zu verbessern. Es zeigt, welche massive Unterstützung auf Seiten der Infrastruktur erforderlich ist, um die vielfältigen Herausforderungen des selbstgesteuerten Fahrens besser zu bewältigen. Allerdings: Das alles passiert auf einem Autobahnabschnitt, der relativ gerade und wenig hügelig ist und der unlängst saniert wurde. Das ist also der einfachste denkbare Anwendungsfall für das Roboterauto.

Sicher, der betreffende Autobahnabschnitt hat bedeutende Vorteile: Am einen Ende in Wolfsburg sitzt die Volkswagen AG und die Wolfsburg AG, am anderen Ende in Braunschweig das DLR und die Siemens AG, allesamt Partner des „Testfelds Niedersachsen“. Dazwischen stehen an die hundert elektronische Weihnachtsbäume, jeder handwerklich sehr gut ausgeführt. Nicht billig!

So viele hochleistungsfähige Kameras und Laserscanner, von denen acht Kilometer der A39 beobachtet werden, gab es noch nie auf einer Autobahn. Bleich vor Neid wäre Andreas Scheuer, wenn er an die vielen Einsatzmöglichkeiten dieser Technik für den Aufbau einer Autobahnmaut denken würde, und nicht gerade andere Sorgen hätte. Saniert wäre der niedersächsische Staatshaushalt auch ohne die 350 Millionen aus der „VW-Milliarde“, könnte man jeden automobilen Regelverstoß zentimetergenau ausmessen und entsprechend ahnden.

Eigentlich hat aber alles weit vor dem Advent begonnen, nämlich bereits im Mai 2019…

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